Dienstag, 25. Dezember 2007

Photos

Die erste Koalabaersichtung

Baumfarn im Spruehnebel des Stevensons Wasserfalls

Baechlein auf dem Weg zum Sabine Wasserfall

Farn im Sonnenschein

Koalabaer in Aktion

Richards Definition von Feuerholz sammeln

Sonnenuntergang am See im Oatway National Park

Richard am Strand in Melbourne

Blanket Bay im Oatway National Park, gesponsort von Mirko :)

Schlafsack-Explosion, ebefalls gesponsort von Mirko

Vier der 12 Apostel an der Great Ocean Road

Nochmal 2 Apostel

Vier Terroristen, v.l.n.r: Michael, Valerie, Mike und Mirko

146,6 Kilometer geradeaus…

Kaenguruhs am Zeltplatz

The Fellowship: Mirko, Valerie, Mike und Michael

Campingplatz am Strand

Mike, ich und Mirko auf der Sightseeingtour mit Gelaendewagen ueber Stuarts Farm

Mirko und ich mit unserer mehr oder weniger verdienten Flasche Whiskey Burbon

Mammoth Cave bei Margaret River

Steffi und Regina

Wiedermal in Fotomission

Delphine in Monkey Mia

Ich, Regina und Markus

der Riesenburger - war in Wirklichkeit natuerlich noch groesser als er hier aussieht!

Nemo, Mirko, Regina, ich und Markus

Emu-Mama mit vier Kindern in Exmouth

Australiens Weiten

Sonnenuntergang im Karijini National Park

Schlucht durch den National Park

Felsformationen

Friedliches Wasserrauschen

an unseren Fuessen knabbernde Fische

Gruppenfoto der Easyrider-Tour
v.r.n.l.: Sean, Dave, Marlene, Sarah, Rink, ich, Regina, Celvin, Wayne und Chantal

Valerie mit Weihnachtsmuetze

Rinken, Wayne, Valerie, Regina und Sean

Klippen am Meer, gesponsort von Regina

Weihnachtlicher Sonnenuntergang ebenfalls gesponsort von Regina

Exmouth 20./21. Dezember

Wieder ein Tag der mit Fruehstueck und Nichtstun beginnt. Markus sucht noch einmal die Perlenfarm auf, um uns zu berichten, dass momentan definitiv keine Leut gebraucht werden und wir wohl mindestens zwei Wochen waren muessten. Nochmal zwei Wochen Exmouth; aehm… Nein. Ansonsten widme ich mich wiedermal der hohen Kunst des Kartenschreibens, des faulenzens, des Mails schreibens und des am Swimmingpool liegens. Am Nachmittag gehen Mirko und ich einkaufen, am Abend gibts zu Markus’ Abschied, welcher am naechsten Tag tatsaechlich fahren will, noch einmal ein leckeres Barbeque, mit Gemuese, Fleisch dazu Reis und Bier. Es schmeckt auch wirklich ausgezeichnet und auch die anschliessende Pokerrunde mit Bier erfreut unsere Gemueter. Markus geht allerdings schon recht frueh zu Bett, er hat schliesslich einen anstrengenden Tag vor sich. Naechste Station ist Carnavon, ueber 300 Kilometer entfernt, wo er zu Weihnachten sein will.
Nach einer sehr unruhigen, weil windigen Nacht wach ich ab 4.45 im zehn-Minuten-Takt auf. Natuerlich aus lauter Angst ich koennte Markus Abreise, die er fuer etwas nach sechs Uhr geplant hat, verpassen. Als ich schliesslich eingemummt in drei Schichten aus dem Zelt krieche, geniesst ebenjener gerade seine uebliche Morgendusche, danach helfe ich beim Zeltzusammenpacken, nach getaner Arbeit sind auch endlich die Kuehlschraenke wieder aufgesperrt und wir machen uns in der aufgehenden Morgensonne ans Fruehstuecken. Ganz melancholisch hoeren wir dabei ”Markus’ Schwachsinn” Playlist, welche er zusammengestellt hat und wie der Name schon sagt aus lauter Schwachsinn besteht. Das Rad ist gepackt und der Fahrer gewaessert und gefuettert, also heissts Abschied nehmen. Ganz kurz schiebe ich Markus Rad, welches um die 60 Kilo Gepaeck hat und frage mich wie zum Henker er damit fahren kann und tatsaechlich, als er seinen Drahtesel besteigt sind die ersten paar Meter eine sehr wackelige Angelegenheit. Ausserdem hat der arme Kerl mit dem Wind zu kaempfen, welcher im eifrig ins Gesicht schlaegt und am heutigen Tag auch noch ziemlich heftig ist. Doch zuerst kann er sich nochmal bei Regina staerken, wo er ein zweites Fruehstueck einnimmt und sich verabschiedet.
Indessen muss ich mich vor lauter Trauer wieder in meinem Zelt verkriechen und nochmal zwei Stuendchen schlafen.
Wieder wach suche ich Mirko auf, da wir eine Familie anrufen wollten, wo wir eventuell die naechsten Tage verbringen koennten. Ich versuche immer wieder mein Glueck, schaffe schliesslich auch durchzukommen, danach heisst die Devise am Pool liegen, diesmal jedoch in Mirkos Resort. Ich gehe meine Badesachen holen, treffe am Campingplatz das daenische Paerchen, welches mit Regina taucht und erfahre, dass der Tauchgang an diesem Tag wegen des starken Windes gestrichen worden ist und Regina somit ihren PADI nicht beenden kann, da ihr Bus nach Broome am naechsten Tag abfaehrt. Schoener Scheiss, in der Hoffnung sie aufmuntern zu koennen, schlendere ich zum Potshots wo natuerlich niemand ist. Von soviel Spazieren in der Hitze erschoepft freu ich mich auf den Pool und relaxe anschliessend auf einer Liege. Danach nochmal schnell ins Netz, bisschen fernsehen und die Farm anrufen. Mittlerweile hat Regina ihren Aerger von der Seele gelaufen, und sich damit abgefunden, dass sie woanders dann nochmal 200 Bucks blechen muss um ihren Open Water zu beenden. Ich hab schliesslich und endlich die Farm erreicht, leider koennen wir nicht kommen, also buche ich ein Ticket fuer die Tour mit der Regina in drei Tagen von Exmouth nach Broome faehrt.
Danach gehts nochmal in die Stadt um die letzten Dinge zu erledigen und ans Packen, welches bei mir, nach eineinhalb Wochen im Zelt dementsprechend lang dauert. Total hungrig wandern die Jungs und ich schliesslich zum Potshots wo Regina schon mit der fertigen Pastasauce auf uns wartet. Nach dem Essen gibts eine Runde Poker, dann hoeren wir ploetzlich die ersten Klaenge aus der Disko und keine viertel Stunde spaeter befinden Regina und ich uns auf der noch ziemlich leeren Tanzflaeche. Von zehn bis ein Uhr tanze ich mehr oder weniger durch, endlich mal wieder nach langer Zeit, danach verabschieden wir uns von den beiden Jungs und ich baue noch mitten in der Nacht mein Zelt ab, wofuer ich sehr verwunderte Blicke ernte.

Exmouth 17./18./19

Langsam und gemuetlich, wie wirs mittlerweile von Exmouth gewohnt sind beginnt dieser Tag. Fruehstuecken, Karten schreiben, Nichts tun, zum Internetcafé wandeln, noch ein bisschen mehr nichts tun, Lunch einnehmen, nichts tun, und so weiter und so fort. Ich erspare euch die Details, koennte langweilig werden. Alles in allem ein sehr relaxter Tag. Am Abend kommen dann Mirko und Nemo, der eigentlich Nimrod heisst und aus Israel ist, vorbei und wir plaudern ein wenig mit ihnen.
Dieser Tag beginnt wie der vorige, lang schlafen, paar Karten schreiben, fruehstuecken, nichts tun, plaudern, musik hoeren, noch mehr
Karten schreiben, nichts tun, ins Internet gehen und noch ein bisschen nichts tun, einzige Ausnahme ist, dass wir diesmal all dies nur zu zwei machen, da Regina schlussendlich doch noch ihren Tauchkurs starten konnte und somit fuer die naechsten Tage schwer beschaeftigt ist.
Schliesslich bekomm ich gegen halb vier Uhr nachmittags, nach eineinhalb Tagen mehr oder weniger nichts tun und nicht bewegen doch ein bisschen einen Rappel und frage Markus ob ich mir sein Rad ausborgen kann, um wenigstens ein kleins Ruendchen damit zu drehen. Meine kleine Exnouth-Erkundungstour fuehrt mich zum Town Beacht, an den Hafen und schliesslich einfach nur die Strasse entland. Dabei sehe ich von der Ferne einen kleinen Tornado, der eine rote Staubfahne in die Luft wirbelt. Kaum bin ich zurueck, treffe ich auch schon die andern beiden Jungs, die am heutigen Tag fischen waren, Mirko hat sogar einen Hai gefangen. Nach einer kurzen Erfrischung im Pool, gehts ab unter die Dusche, und schliesslich gehts ans Vorbereitung des Highlight des Tages. Markus kocht. Riesenburger. Wirklich riesig. Pro Burger sind zwei Stueck Steak, zwei Scheiben Kaese, zwei Scheiben Schinken, ein Ei, gebratene Zwiebel, Tomaten, Salat, Rote Rueben und natuerlich Mayonnaise und Ketchup vorgesehen. Den Spass beim Zusammenbauen und die Sauerei beim anschliessenden Essen kann sich wohl jeder ausmalen.
Nach diesem Festmahl gibts eine Pokerrunde, bei der uns ein Australier der hier auf einer Perlenfarm arbeitet, Gesellschaft leistet und uns den Floh ins Ohr setzt ueber Weihnachten und Silvester auf der Farm zu arbeiten und dort zu feiern. Ins Bett gehts schliesslich nach dem Leersueffeln des Biers gegen zwei Uhr.
Fruehmorgens gegen neun Uhr gehts nur mit einem Apfel im Bauch auf Jobsuche zu der Perlenfirma. Die befindest sich so ziemlich am aeussersten Rand dieses Kaffs und so befinden Markus und ich, dass allein fuer den Weg den wir auf uns genommen haben, wir angestellt werden sollten. Doch zuerst muessen wir das Gebaeude erst einmal finden, es ist naemlich keinerleich Schild oder Name zu sehen und so machen wir noch eine kleine extra Runde im Kreis, bis wir uns schliesslich durchgefragt haben und tatsaechlich in so etwas wie einem Buero landen. Der Typ mit dem wir sprechen ist allerdings nicht sehr enthusiastisch und so verlassen wir ‘Morgan Pearls’ nicht wirklich optimistisch. Vor lauter Verzweiflung schauen wir spontan bei einer anderen Firma ‘Exmouth Pearls’ rein, wo ein netter Typ anbietet mit seinem Chef zu sprechen, sobald dieser wieder da ist. Danach goennen wir uns einen ordentlichen Fruehstueckslunch und widmen uns dem ueblichen nichts tun, musik hoeren und im Takt dazu zu nicken. Ich marschiere schliesslich noch in die Stadt rein, um die Post aufzusuchen und ein paar Dinge einzukaufen, danach treffe ich Regina, es geht zurueck zum Campingplatz wo ein Nachmittagsschlaefchen halte und ein bisschen an meinem Blog tippsle. Am Abend bekommen wir Gesellschaft von einem daenischen Paerchen, welche mit Regina den Tauchkurs machen und schliesslich kommen auch noch Mirko und Nemo vorbei.

Frohe Weihnachten

euch allen :)

Ich bin grad in Broome, wo absolut nichts los ist, weil Regenzeit ist und kein normaler Mensch so verrueckt ist, in dieser Zeit hierher zu kommen..
Ich war die letzten Tage mir 8 andern, unter anderem Regina und einem Fahrer, auf einer Bustour von Exmouth nach Broome, gestern sind wir den ganzen Tag im Bus gesessen, und schliesslich um etwa 3 Uhr angekommen. Danach kurz in den Pool gehuepft, geduscht und uns auf den Weg ans Meer gemacht, wo wir mit Wein, Bier und Chips einen wunderschoenen Sonnenuntergang genossen haben. Anschliessend gabs leckeres Essen und eine Partynacht. Verrueckte Art und Weise Weihnachten zu feiern, aber war auch lustig, wenn natuerlich auch nicht wirklich feierlich.

Ganz viele Umarmungen in die Heimat, feiert schoen und denkt ein bisschen an mich, die in der Hitze hier ein bisschen umkommt ;)

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Exmouth 14./15./16 Dezember

Nicht so wahnsinnig ausgeschlafen, wache ich wie immer in dieser Hitze um acht Uhr morgens auf und begebe mich zum Fruehstueckstisch. Der Vormittag vergeht recht langsam und gemuetlich mit Essen und planen, am fruehen Nachmittag marschiere ich schliesslich mit Steffi ins Internetcafe, wobei wir ein paar Emus begegnen und schliesslich ueber zwei Stunden Internetzeug. Das war auch schon so ziemlich das Aufregenste fuer diesen Tag, alles wartet gespannt auf die grosse Nacht auswaerts, schliesslich gibts heute ja Disco im Potshots.
Gemeinsam mit vier anderen Campern und unserer Cask voll Wein machen wir uns gegen zehn Uhr auf den Weg um Schildkroeten beim Eierlegen zu beobachten. Die Fahrt dorthin muss fuer unsere Fahrerin Steffi ueberaus anstrengend gewesen sein, Regina und ich schmettern naemlich mangels Lautsprechern jede Menge Weihnachtslieder, waehrend sie auf die Dutzenden Kanguruhs die am Strassenrand sind, achten muss. Ohne einem Kanguruh auch nur ueber einen Zeh gefahren zu sein kommen wir am Parkplatz an und marschieren zum Strand. Nach ein paar hundert Metern sehen wir eine unfoermige Masse am Boden liegen, beim Naeherkommen stellen wir fest, dass es sich um drei Tierbeobachter handelt, die ihren Job sehr ernst nehmen und uns im Fluesterton anweisen ruhig zu sein und uns auf den Boden zu legen. Von dem Kommandoton erschreckt gehorchen wir und kriechen die letzten paar Meter in bester Militaermanier. Die Schildkroete selbst ist nicht wirklich gut zu erkennen, dazu ist es zu dunkel, dafuer sehen wir immer wieder auffliegenden Sand. Nach einer ganzen Weile, ich liege mittlerweile im Sand und geniesse den klaren Nachthimmel und das Meeresrauschen, meint Markus wir sollen mit ihm mitkommen. Jener hat gerade einen kurzen Ausflug den Strand entlang gemacht und dabei offensichtlich noch eine ganze Menge anderer Schildkroeten gesehen. Zwei sind gerade nach getaner Arbeit wieder auf dem Weg ins Wasser, langsam und gemaechlich, und lassen sich auch von uns nicht wirklich stoeren. Die Schildkroeten moegen wohl etwa einen Meter lang sein, und auch in der Breite und Hoehe nicht viel weniger messen.
Nach diesem Erfolgserlebnis schlendern wir zurueck zum Auto, vor allem Regina und ich freuen uns schon auf die kommende Tanznacht und draengen auf einen raschen Aufbruch, immerhin gehts schon gegen Mitternacht. Schliesslich kommen wir keine halbe Stunde spaeter im Potshots an und sind ueberrascht hier tatsaechlich einiges an partywilligem Jungvolk zu treffen. Steffi die eigentlich nur das Auto zum Campingplatz bringen wollte, taucht nicht wieder auf und Jimmy, der Alkohol nicht so gut verdraegt wollte sowieso von vornherein schlafen gehen. Regina und ich werfen uns dafuer umso enthusiastischer auf die Tanzflaeche waehrend Markus Bekanntschaft mit einem Australier schliesst. Ueberraschenderweise werden wir erst um halb zwei rausgeschmissen und noch zu drei Australiern auf ein Bierchen eingeladen. Da ich am naechsten tauchen gehen will, bin ich dementsprechend zurueckhaltend und auch ganz froh als es dann um drei Uhr heimwaerts geht. Wieder kommen wir in die Freude einer Sternschnuppe und anschliessendend einen kuscheligen Schlafsack.
Viel zu frueh wache ich das erste Mal gegen sieben auf, als Steffi anfaengt vorm Zelt herumzurumoren. Die beiden wollen heute fahren und so gibt es noch allerhand zu erledigen. Ich nehme ein kurzes Fruehstueck ein und leg mich dann wieder hin. Tatsaechlich schlafe ich nochmal richtig ein und erschrecke umso mehr als ich ploetzlich einen Motor hoere. Regina regiert genau gleich und so sieht Steffi zwei verdutzte Gesichter aus dem Zelt ragen. Wollten die doch tatsaechlich fahren, ohne sich zu verabschieden. Zum Abschied gibts von uns eine kleine Schneekugel welche Steffi wohl sehr ruehrt, ganz leicht sieht man ihre Augen glaenzen. Eine Stunde hab ich noch, die ich schlummernd im Zelt verbringe, dann muss ich meine Sachen packen und mich auf den Weg zu meinen Tauchgaengen machen. Um kurz vor zehn bin ich bei der Touristinformation, muss allerdings noch etwas warten, bevor ich und vier andere abgeholt werden. Als schliesslich alle eingesammelt sind, gibts ein bisschen Papierkram auszufuellen, die Frage ob ich in den letzten acht Stunden Alkohol konsumiert habe, beantworte ich nach 7 ½ Stunden Alkohol-frei ganz frech mit einem Nein. Danach wird uns erklaert wo wir hinfahren, wo wir tauchen duerfen, wo wir tauchen sollten und was uns gefaehrlich werden koennte. Anschliessend gehts zum Anprobieren und Zusammenpacken der Sachen und auf zum Navy-Pier. Wie schon der Name sagt, steht das Pier von dem wir tauchen unter der Aufsicht der Navy und so muessen wir einen Lichtbildausweis herzeigen um auch nur in die Naehe dieses sagenumwobenen Piers zu gelangen. Faszinierenderweise sind wir wohl alle keine Terroristen und duerfen passieren. Da wir direkt vom Pier tauchen, koennen wir einfach mit dem Bus bis zum Tauchplatz fahren, die Tauchausruestung montieren und ins Wasser. Da wir eine ungerade Zahl sind ist einer der Dive-Instructor, Tom, mein Buddy, was hat zur Folge, dass ich mich nicht darum kuemmern muss, wo ich gerade bin, beziehungsweise wo ich hintauchen muss um besonders aufregende Fische zu sehen. Mit Tom sind wir eine Gruppe von acht Leuten die beim ersten Tauchgang die Gegend erkunden. Bereits in wenigen Metern Tiefe wird klar, dass sich jeder einzelne Cent fuer diesen Tauchgang gelohnt hat. Erste Entdeckung ist ein Lionfish, danach ein riesiger Cod, von dem wir in Folge noch ein einige mehr sehen, es folgt ein Wobbegong Shark, der sich halb versteckt, zwei verschiedene Moraenen und jede Menge Stachelrochen und White Tip Reef Sharks. Abgesehen von diesen einzelnen besonders spektakulaeren Sichtungen, sind recht grosse Fischschwaerme um uns herum, einer von links nach rechts schwimmend, gleich darauf ein anderer von rechts nach links schwimmend. Vor allem der Blick von unten Richtung Wasseroberflaeche ist imposant, wenn die Fischschwaerme, leicht im Gegenlicht, das Sichtfeld kreuzen. Ein wahres Paradies fuer jeden Unterwasserfotografen, ich versuche stattdessen alles ohne Kamera in mein Gedaechtnis zu brennen. Natuerlich gibts auch noch einiges an buntem Meeresleben wie zum Beispiel Bannerfische, kleine glitzernde blaue Fische, Seesterne oder Clownsfische. Beeindruckt von dem Tauchgang gehts nach etwas 50 Minuten wieder an die Luft, wo wir allerdings nur Sauerstoffflasche wechseln, eine kurze Klopause einlegen, ein paar Kekse mampfen und dann gehts schon wieder ins Wasser. Maximale Tiefe ist diesmal 12 Meter, beim ersten Tauchgang warens 14, viel tiefer ist auch gar nicht moeglich, es sei denn man graebt sich ein. (Haha … :D). Einziger Minuspunkt fuer den Tauchgang ist, dass man zweimal dasselbe Gebiet sieht, wobei es natuerlich auch beim zweiten Mal nicht langweilig wird und wir diesmal noch einen von diesen ganz gefaehrlichen, besonders gut getarnten Fischen sehen, wo man quasi sofort tot ist, wenn man ihn nur beruehrt. Muesste entweder ein Steinfisch oder ein Skorpionfisch sein, und natuerlich ist auch keiner gestorben. Wieder sind wir etwa 50 Minuten unter Wasser, danach montieren wir alles ab und verpacken die Sachen, bekommen ein paar Fruechte und fahren Richtung Stadtzentrum. Beim Campingplatz stelle ich fest, dass ausser mir keiner da ist und wandere zum Potshots in der Hoffnung dort Regina anzutreffen, die seit heute dort wohnt. Leider werde ich nicht fuendig, dafuer wartet sie bereits am Campingplatz als ich wieder zurueckkomme. Der urspruengliche Plan der Beiden, sich ein Moped zu mieten und zum Yardie Creek zu fahren ist ganz offensichtlich nicht aufgegangen, sie haben den Tag damit verbracht sich vom Partyvorabend zu erholen. Auch ich bin nach der kurzen Nacht und den Tauchgaengen erschoepft und so verbringen wir geraume Zeit damit einfach nur Musik zuhoeren, im Takt dazu zu nicken und ob der Absurditaet dieses Bildes zu lachen. Willkommen in Exmouth.
Gut ausgeschlafen versuchen wir nach einem ausgiebigen Fruehstueck uns ein Auto fuer einen Tag zu mieten, um schliesslich doch noch zum Yardie Creek zu fahren. Allerdings scheint uns das Glueck nich wohlgesonnen, die Autos sind entweder schon vermietet, das Geschaeft hat Sonntag zu oder der Spass ist uns schlicht und einfach zu teuer. Nach einigem Hin und Her steigen wir darauf um uns ein Rad zu mieten, gerade als wir losfahren wollen, sehe ich meinen langen Mitreisenden Mirko auf mich zukommen und es gibt erstmal ein grosses Hallo. Wir plaudern nur kurz und fahren zum 14 Kilometer entfernten Bondegi Beach, wo wir im Wasser und in der Sonne baden, etwas Musik hoeren, lesen, schlummern und entspannen. Weniger entspannt ist dann der Heimweg, den muessen wir naemlich mit Gegenwind zuruecklegen, einzige Motivation ists von einem kalten Bier zu traeumen. Umso mehr freuen wir uns dann aufs Duschen und als Markus fragt ob er ein Sixpack Bier kaufen soll, bejahe ich dies voller Begeisterung. Als ich frisch und munter wieder aus der Dusche komme sehe ich gerade wie Markus viermal ein Sixpack Bier einkuehlt und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Bei einem kurzen Blick in den Fernsehraum sehen wir einen uns sehr verdaechtigen Mann Schokomandeln essen - genau diesselben die wir ein paar Tage zuvor gekauft haben, und die uns geklaut wurden.
Schnell bringe ich noch das Rad zurueck, vergesse natuerlich den Helm mitzunehme, mache beim Rueckweg noch einen kurzen Sprung bei Mirko vorbei und lade ihn und seinen Mitreisenden ein am Abend zum Essen vorbeizuschauen. Tatsaechlich kommen die Beiden vorbei gerade als wir unser Essen – sauleckeres Barbeque beendet haben. Nach einer Weile Musik hoeren und plaudern sehen wir ploetzlich den von uns verdaechtigten Dieb auf die Toilette gehen, und Regina und ich beschliessen, mit drei Bier intus genau in der Richtigen Stimmung fuer Bloedsinn, einen kurzen Blick in sein Zimmer zu werfen. Regina steht Schmiere mit dem Auftrag zu husten oder sowas, wenn er zurueck kommt und ich husche durch die offene Tuer. Tatsaechlich - in einem der drei Taschen, die im Zimmer stehen, finde ich all unsere Sachen wieder, sogar genau gleich verpackt. Nach einer kurzen Frage an Regina ob ich noch ein bisschen Zeit habe, werfe ich einen genaueren Blick und beschliesse als Ausgleich fuer die wohl schon gegessenen Schokonuesse und Muesli-Riegel seinen Instant-Kaffee zu berechnen. Schnell alles gepackt und raus aus dem Zimmer, wo ich dann mit Regina die Sachen erstmal im Zelt verstecke. Eine gelungene Aktion. Spaeter berichten wir dem 'um 10 Uhr Fernsehraum und Kuehlschraenke Zusperrer' von unserer Spionage-Aktion, schliesslich vermisst Regina auch noch ein Schweizer Taschenmesser und Markus ein Buch ueber Radfahren in Autralien. Nach dieser hoechst kriminellen Tat erfreuen wir uns noch an ein paar Bier und nach und nach geht einer nach dem anderen zu Bett.

Exmouth 11./12./13. Dezember

Da wir einiges an Kilometern machen muessen, ist tatsaechlich schon um 8.15 alles verstaut und wir sind wieder unterwegs. Ich verbringe mal wieder einen Teil der Fahrt schlafend, werde aber beim sogenannten ‘Shell Beach’ geweckt, um mir eben jenen anzusehen. Der Strand besteht tatsaechlich nur aus Muschelschalen, aber es gibt keine rechte Erklaerung wo die Schalen herommen. Der naechste Stopp ist Caravon, wo wir Lunch einnehmen und Steffi die Registrierung fuer ihr Auto vornimmt und dann sind wir ein paar Stunden spaeter auch schon in Exmouth, welches durch seine Verlassenheit beeindruckt. Tatsaechlich scheint dieses Kaff ziemlich tot zu sein, wohl hauptsaechlich weil wir in der Nebensaison hier sind. Nach einer kurzen Rundfahrt stellen wir fest, dass bis auf die Tankstelle bereits alles zu hat, also erstehen wir dort ein Paeckchen Chips und Dosentomaten, woraus Steffi spaeter Nudeln mit Tomatensauce zaubert. Danach futtern wir vier, plus Markus, den wir hier kennengelernt haben, die Chips waehrend auf Jimmys Laptop das ‘Bourne Ultimatum’ auf Englisch mit chinesischem Untertitel laeuft.
Regina und ich stehen bereits topmotiviert um acht Uhr auf um Fruehstueck einzukaufen. Ausserdem machen wir Halt in einigen Tauchshops, wo sie sich ueber den Tauchschein schlau macht und ich mich ueber die Preise fuer einzelne Tauchgaenge. Zwei Stunden dauert dieser Informations-Trip, danach kommen wir mit Dutzenden Broschueren ausgeruestet zurueck und erfreuen unsere Mitreisenden mit einem leckeren Fruehstueck. Der weitere Vormittag verlaeuft weniger aktiv mit rumsitzen, nochmal in die Stadt fahren und eine Wassermelone zu kaufen und mit Markus, der mit dem Rad durch Australien faehrt, plaudern. Schliesslich koennen wir uns tatsaechlich dazu auffraffen den Pool zu besuchen, wo ich Regina damit erfreue, dass ich die Wassermelone mitbringe und wir somit Wassermelone im Pool schnabulieren. Danach schwimme ich noch einige Runden, lege mich anschliessend in die Sonne und keine viertel Stunde spaeter in den Schatten. Regina und ich haben ganz ausgezeichnet eingekauft und so gibts nach einer kurzen Dusche ein sauleckeres Barbeque mit Zucchini, Pilzen, Tomaten, Paprika, Zwiebel und vor allem Fleisch. In der Kueche lernen wir drei Jungs kennen, zwei Schweden und einen Schotten, die gemeinsam reisen. Gut gestaerkt werfen wir einen Blick auf die einzige Bar in diesem Ort, wo tatsaechlich ein paar Leute sitzen und uns gesagt wird, dass Freitag und Samstag hier richtig was los ist. Naja … wir werden ja sehen. Nach einem Pitcher Bier und ein bisschen Geplaudere tauchen auch noch die drei Jungs auf und ich erfreue schliesslich den kompletten Tisch mit Rueckenmassagen. Vom Nachtbartisch gibts eifersuechtige Blicke, also biete ich schliesslich auch dort noch meine Dienste an und verdiene meinen ersten Lohn – ein Bier. Beim Heimweg sehen wir dann noch Dutzende Kaenguruhs auf dem Sportplatz herumspringen und eine Sternschnuppe und fallen mit einem Wunsch auf den Lippen in den Schlafsack.
Gleich in der Frueh erwartet uns eine schlechte Nachricht – die frisch gekaufte Nutella, Peanutbutter, Marmelade und eine ganze Salami wurde aus unserer Tasche aus dem Kuehlschrank geklaut. Markus ist zum Glueck so nett uns ein bisschen durchzufuettert, trotzdem ist die Stimmung nicht so grandios. Vom morgendlichen Schrecken erholt, sitzen wir bereits kurz darauf zu fuenft im Auto, machen einen kurzen Abstecher in die Stadt um unsere Sachen nachzukaufen und kurz einen Tauchshop zu besuchen, wo ich zwei Tauchgaenge zum beruehmten Navy-Pier buche, und fahren schliesslich los, um ein paar Straende mit Schnorchelplaetzen zu erkunden. Zuerst bringt uns Fremdenfuehrer Markus, der bereits seit zwei Wochen in diesem verschlafenen Nest ist, zu einem Strand namens Lake Site, der sich durch wunderschoenen weissen Sand und gruentuerkises Meer auszeichnet. Beim Schnorcheln besuche ich zuerst ein Riff, welches etwas weiter draussen liegt und seh eine ganze Menge verschiedenster Fische. Beim Rueckweg stolpere ich noch ueber ein anderes Riff und bewege mich nur sehr ungern wieder Richtung Strand, wo schon ein bisschen Aufbruchsstimmung herrscht. Auch der zweite Strand, den wir aufsuchen besticht durch hellen Sand und glitzerndem Meer, den Lunch dort geniessen wir mit Blich auf ein wunderschoenes Panorama. Das Riff haben wir hier direkt vor der Nase, und wir alle verbringen einige Zeit im Wasser und bestaunen die Vielzahl verschiedener Fische, Korallen und Seesterne. Von kleinen, blitzblauen, ueber mittelgrosse schwarz/weiss gestreiften bi shin zu recht grossen in Regenbogenfarben ist alles vertreten. Ausserdem sehe ich ein paar kleine rote Seesterne und einen total grossen blauen. Beim Rueckweg schnorchle ich in Gedanken versunken vor mich hin, als ploetzlich ein ganzer Schwarm voller Fische an mir vorbeizieht. So war der Tag, trotzt des verpatzten Morgens doch noch sehr erfolgreich, vor allem als wir wieder daheim beim Essen kochen, total leckeren selbstgefangenen Fisch (spanische Makrele) geschenkt bekommen. Nach dem Mahl motivieren wir die drei Jungs vom Vorabend fuer eine Pokerrunde, die Markus mit viel Glueck und wenig Ahnung gewinnt. Mit ebenjenem unterhalte ich mich dann noch ein wenig und wir sind beide sehr erstaunt als es ploetzlich halb vier Uhr morgens ist. Ab in die Heia!

On the Road 8./9./10 Dezember

Der Tag beginnt viel zu frueh um sechs Uhr, da ich noch all meine Sachen packen muss. Trotz ein wenig Stress gelingt es mir, mich um 9.20 am Treffpunkt einzufinden, wo meine Mitreisenden – Regina und Steffi aus Deutschland, und Jimmy (eigentlich ….) aus Taiwan – gerade versuchen alle Sachen in dem kleinem Ford unterzubringen. Nachdem dies geschafft ist, machen wir noch einen kurzen Halt bei einem Camping-Laden, wo ich ein sehr billige Zelt und eine Matter erstehe, danach verbringe ich die restliche Zeit im Auto schlafend. Auf dem Weg Richtung Norden, machen wir halt bei den Pinnacles, Steingebilde, in allen moeglichen Formen, die aus dem Sand ragen. Allerdings sehen eben jene auf den Fotos der Tour-Gesellschaften immer um einige imposanter und interessanter aus, als in Wirklichkeit. Den naechsten Stopp machen wir dann schon am Campingplatz in Coronation Beach, welcher zwar schoen am Strand liegt, wo es aber leider furchtbar windig ist. Nachdem, von Jimmy gekochten Abendmahl, werden wir und unsere Nachbarn – zwei Hollaender – von unseren anderen Nachbarn – waschechte Australier – noch auf ein Bier eingeladen.
Nach dem Aufstehen und Fruehstuecken versuche diesmal ich mich als Packgenie und bringe tatsaechlich alle grossen Rucksaecke, und somit einen mehr als am Vortag, in den Kofferraum. Um etwa 10 Uhr sind dann auch wir ins Auto gepackt und fahren zur naechsten Station – den Kalbarri National Park. Wenn man einfach nur mit dem Auto durch die Ebene faehrt, moechte man nicht vermuten, dass sich hier mehr befindet als nur ein paar Straeucher, die zwei Lookouts zu denen man fahren kann, belehren einen jedoch eines Besseren. Die Gegend ist schoen anzusehen. rote Felsen, Buesche, Baeume, jede Menge Steine dazwischen und ein einladend sattgruener Fluss mittendurch die Landschaft. Vor allem wenn man genug Zeit fuer eine kleine Wanderung und ein Bad im Fluss nehmen kann. Die Zeit haben wir leider nicht, trotzdem erfreuen wir uns an der Landschaft, dann gehts auch schon weiter Richtung Norden. Irgendwo im Nirgendwo haben wir mitten am Highway eine kleine Panne, die Spritanzeige hat wohl den Geist aufgegeben und so haben wir ganz ohne Vorwarnung ploetzlich einen leeren Tank. Zum Glueck bleibt sofort ein deutsches Paar mit Campervan stehen, mit denen Steffi zur naechsten Tankstelle faehrt um 15 Liter Sprit in einem Kanister zu kaufen. Recht spaet kommen wir an unserem Ziel – Monkey Mia, ein Touristenresort mit einem Restaurant und einem Shop – bei Sonnenuntergang an. Nach dem ueblichen Zeltaufstellen, kochen und essen plaudere ich noch ein bisschen mit Jimmy, der mich ueber alles moegliche Westliche ausfragt und dann ab ins Zelt.
Fruehmorgens um 7.30 kriechen wir aus dem Zelt zum Strand um uns von einer Dame mittleren Alters voller Enthusiasmus jede Menge unglaublich Wissenswertes ueber Monkey Mias Delphine erzaehlen zu lassen, die einzige Daseinsberechtigung fuer dieses Touristenresort. Tatsaechlich sehen wir nach ein paar Minuten die ersten Rueckenflossen naeher kommen, unter anderem eine sehr kleine von einem Baby-Delphin. Den Leuten vom Resort ist es gestattet den Delphinen eine kleine Menge Fisch zu fuettern und dabei taucht sogar ab und an mal ein Auge aus dem Wasser auf. Ansonsten ist das Ganze nicht so wahnsinnig spannend, immerhin kann ich jetzt sagen, dass ich Delphine gesehen hab. Nach der Fuetterung verschwinden die Meeressaeuger wieder und wir machen uns an unsere eigene Fuetterung. Etwas unschluessig wie wir den restlichen Tag verbringen wollen, machen wir erstmal eine Zeitlang ueberhaupt nichts, gehen dann einkaufen, tanken das Auto und setzten uns erst an den Strand und dann in das Restaurant um etwas Musik zu hoeren, Fotos zu brennen und Blog zu schreiben. Schliesslich macht sich Steffi auf, die Gegend zu erkunden und ich beschliesse sie zu begleiten. Unser Weg fuehrt uns durch jede Menge Buschland und rote Erde und anschliessend an den Strand um ein kurzes Bad zu nehmen. Nach dem duschen, ist grad genau Zeit den Sonnenuntergang zu betrachten, was wir vom Strand aus auch machen, um anschliessend zu kochen, essen und schlafen zu gehen.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Freemantle 4./5./6./7. Dezember

Gut ausgeschlafen erwache ich am naechsten Morgen recht spaet – Michael ist natuerlich schon wach – und wir beschliessen einen Strandnachmittag einzulegen. Vorher marschiert er zum Supermarkt um einzukaufen und ich erledige versuche erfolglos meine Travelcheques einzuloesen. Naja, wie auch ohne Reisepass. Aber was man nich im Kopf hat, hat man in den Beinen und so sehe ich immerhin ein bisschen mehr von dem kleinen Staedtchen. Beim zweiten Versuch erfolgreich schlendere ich wieder zurueck zum Backpacker, wo ich auf Michael treffe, der fuer den Strandnachmittag eine halbe Wassermelone finanziert hat. Nach einem etwa zwanzigminuetigen Spaziergang kommen wir an den Strand, der zwar schoenen, weissen Sand hat, aber sehr windig ist. Trotzdem stuerzen wir uns recht bald in die Fluten und wollen gar nicht mehr aus dem Wasser – jenes ist naemlich waermer als der brausende Wind. Beim in der Sonne-liegen waermen wir uns aber schliesslich doch recht schnell wieder auf, geniessen die Wassermelone und schlafen schliesslich beide ein. Zum Glueck gut eingecremt und mit Hut auf dem Kopf, sonst waeren die Auswirkungen, der australischen Sonne wohl verherend. Schliesslich wird Michael die Sonne zu stechend und auch ich bin nicht abgeneigt mich auf den Heimweg zu machen. Wieder im Hotel widmen wir uns der Zubereitung des Dinners, plaudern ein bisschen mit ein paar Leuten und statten danach statten ‘Orient’ einen Besuch ab. In dem, uns empfohlenen, Pub spielt am heutigen Abend ein Musiker, der tatsaechlich wirklich gut ist. Matt Gresham ist sein Name, spielt Gitarre, singt, hat nebenbei noch eine Trommel stehen und strahlt waehrend seiner ganzen Performance voller gutter Laune ins Publikum. Waere ich nicht auf Reisen waere ich jetzt wohl um eine CD reicher, in diesem Fall kann ich nur drauf hoffen, dass mir, wieder daheim, die unendlichen Weiten des Internets weiterhelfen. Trotz der guten Laune die Matt Gresham versprueht hat, war nachtuerlich um Mitternacht Schluss mit Live-Musik, nach lauten Gepfeife, Gejohle und Gerufe gibts aber immerhin noch ‘Halleluja’ als Zugabe. Michael und ich machen uns direkt danach auf den Heimweg und fallen ins Bett.
Nach dem Aufstehen konnte ich mich diesmal endlich entschliessen Gunde – eine Freundin von Evelyn – anzurufen und werde auch prompt zum Lunch eingeladen. Ein wenig Hin und Her und eine ausfuehrliche Wegbeschreibung spaeter sitz ich im Zug nach Subiaco und suche dort angekommen meinen Weg zu Gundis Haus. Ausser mir sind noch 9 Frauen eingeladen und natuerlich wird bei dem ausgezeichneten Lunch viel geplaudert und gelacht. Etwa gegen 16 Uhr mache ich mich wieder auf den Heimweg, natuerlich faengt es prompt an wie aus Eimern zu schuetten. Unser Abendprogramm fuehrt uns spontan in ein Lokal in Freemantle wos Karaoke mit Live-Band gibt – allerdings mit sehr maessigen Saengern. Dafuer haben wir zu viert – inklusive einer Hollaenderin und einem Franzose – viel Spass auf der Tanzflaeche und machen allerlei Bloedsinn. Als die Band zusammenpackt hat auch Michael genug und verschwindet heim, keine Viertelstunde spaeter ist auch schon Mitternacht und somit Sperrstunde.
Als ich endlich aufwache erzaehlt mir Michael, der Angeber, dass er schon laenger wach ist, und bereits joggen war. Ich bin weniger motiviert und nehme erstmal gemuetlich mein Fruehstueck im Fernsehraum ein, wo ein ganz furchtbar schlechter Film laeuft. Auch der naechste Streifen – irgendwas australisches mit Russel Crowe, der einen Skinhead spielt ist absolut nicht empfehlenswert, aber immerhin hab ich nun einen australischen Film gesehen. Schliesslich schaff ichs doch noch mich aufzuraffen und mein Programm fuer diesen Nachmittag zumindest teilweise zu erledigen. Zum Einen brauch ich ein Zelt und eine Matte und zum Anderen will ich einen Tauchgang fuer den naechsten Tag buchen. Beides stellt sich als schwieriger heraus als erwartet, aber zumindest zweiteres gelingt mir schliesslich umzusetzen. Nachdem ich im Tauchshop die Sachen anprobiert habe, schlendere ich nach Hause, wo Michael bereits angefangen hat zu kochen – so mag ich das. Ein weiteres Erfolgserlebnis fuer diesen Tag: Ich hab eine Mitfahrgelegenheit Richtung Norden gefunden. Nach dem ausgezeichneten Mahl gehts heute frueh zu Bett, schliesslich muss ich am naechsten Tag fit fuer meine zwei Tauchgaenge sein.
Tatsaechlich stehe ich topmotiviert bereits um 7.30 auf und mache mich auf den Weg zum Tauchshop. Da es mir gelingt die laengstmoegliche Strecke zu gehen, komm ich trotz allem zu spaet, macht aber nichts, meine vier Mittaucher probieren gerade noch die letzten Sachen an. Dann gehts zum und aufs Boot und schliesslich mit Volldampf voraus zu unserem ersten Tauchspot. Nach einer knappen Stunde Fahrt, auf der ich mich ein bisschen seekrank fuehle, heissts Anker lichten und Tauchausruestung anlegen. Da wir eine ungerade Zahl sind, habe ich zwei Tauchbuddys, einer mit nicht wahnsinnig viel mehr Tauchgaengen als ich und der andere mit 329 – und er zaehlt immer noch. An Board fuehle ich mich immer unwohler und so freue ich mich umso mehr als wir endlich ins Meer springen und schliesslich den Tauchgang starten. Die erste halbe Stunde ist allerdings alles andere als entspannend, obs daran liegt, dass ich mich noch ein bisschen flau im Magen fuehle, an der ungewohnten Tauchausruestung oder weil ich dauernd auf der Suche nach meinen Mittauchern bin, die teilweise recht respektlos alles angreifen oder ruecksichtslos herumwirbeln, weiss ich nicht so genau. Ausser jeder Menge Seegras erblicke ich endlich einen Stachelrochen, der gemuetlich durchs Wasser gleitet und natuerlich jede Menge Greyfish. Nach etwa 42 Minuten geht meinen Buddys schliesslich die Luft aus, was auch fuer mich bedeutet, zurueck an die Oberflaeche. Da mir aber langsam immer kaelter und kaelter wurde, stoert mich das ueberhaupt nicht, und am Boot begebe ich mich sofort an den waermsten Platz – den Barbeque-Grill, wo unser Lunch zubereitet wird. Da ich schonmal da stehe, helfe ich natuerlich auch beim Wenden der Wuerstchen, Huhn-Burger, Zwiebel, vegetarischen Burger und Smiley-Faces (Erdaepfel-Masse in Form lachender Gesichter). Nach einer ausfuehrlichen Pause machen wir uns langsam startklar fuer Tauchgang Nummer zwei, und wieder bin ich froh, als ich endlich ins Wasser komm. Der zweite Tauchgang ist doch um einiges schoener als der Erste, die Unterwasserlandschaft zeichnet sich durch einige Hoehlen aus. Jedoch mit mehreren Oeffnungen, sodass man kein besonderes Hoehlen-tauchen-Wissen braucht. In einer der Hoehlen sehen wir einen recht grossen Hummer, in einer anderen zwei kleine Port Jackson Haie. Die messen jedoch hochstens 70 cm und sind damit nicht besonders furchteinfloessend. Der Tauchgang ist wieder um die 40 Minuten und so bin ich zum zweites Mal ueber jeden Sonnenstrahl dankbar. Etwa um vier Uhr sind wir wieder zurueck im Tauchshop, wo wir uns noch an einem kuehlen Bier zum Ausklingen erfreuen koennen. Mich ziehts dann aber recht bald ins Hostel zurueck, da Mirko nun auch in Freemantle angekommen ist. Natuerlich wird das Wiedersehen am Abend gefeiert – zuerst im Little Creatures, diesmal mit einem sehr guten Cider, und dann noch in eine Bar mit Live-Band, in die uns Dancingstar Vaughan faehrt. Dort erreicht mich mitten im froehlichsten Tanzen die Nachricht, dass ich mich am folgenden Tag, anstatt Sonntag, wie ich die ganze Zeit faelschlicherweise gedacht habe, in Perth einfinden soll, um den naechsten Roadtrip zu starten. Das erfreut mich natuerlich ueberhaupt nicht, laesst sich aber nun auch nicht mehr aendern und so lasse ich mir davon nicht die Laune verderben. Mirko und ich huepfen schliesslich in den Zug Richtung Heimat und kuscheln uns gegen zwei Uhr in unsere Decken.

Margaret River 1./2./3. Dezember

Ich weiss, ich weiss.. da fehlen drei Tage.. Leider fehlt mir ein Tag und solange ich nicht gefunden hab, welcher und was wir gemacht haben (ich arbeite dran..) kann ichs nicht posten. Aber damit ihr nicht ganz ohne Lesefutter bleibt hab ich mir gedacht ich bin nett und schreib ab da weiter wo ich wieder genau weiss, was wir gemacht haben.


Nach einer Nacht im totalen Tiefschlaf, abgesehen von einer kurzen Wachphase, als Michael heimkommt, fuehlen wir uns alle am naechsten Tag noch ewas kaput von dem Partyabend und so ist e skein Wunder dass der folgende Tag ziemlich geruhsam beginnt und auch so endet. Den einzigen Stress den wir haben, ist der Zimmerwechsel um etwa 10 Uhr direkt nach dem Aufstehen. Danach gehts in den Gemeinschaftsraum um ein bisschen fernzusehen, jn diesem Fall ‘Lord of the War’, ein Film der gut genug ist um ihn bereits zum dritten Mal zu sehen. Da ich fuer die heutige Kuechenschicht eingeteilt bin, fuehrt mein naechster Weg zum Supermarkt wo ich fuer viel zu viel Geld Unmengen an Obst und Gemuese kaufe. Daheim mache ich mich an die Vorbereitung der geplanten Fleischlaibchen und an die Zubereitung eines Fruchtsalats, den Michael und ich dann beim naechsten Film dieses Tages – Ghandi – verdruecken. Dies scheint zwar auch ein gutter Film zu sein, jedoch zu lang und zu niveauvoll fuer mich fuer diesen Nachmittag. Daraus resultiert ein kleines Nachmittagsnickerchen fuer mich, danach begebe ich mich wieder in die Kueche und brutzle vor mich hin. Innerhalb kuerzester Zeit steht das Essen auf dem Tisch und dich Jungs erfreuen sich an einer ordentlichen Portion Fleisch. Nach dem schnellen Abwasch erfreuen wir uns an einem wesentlich niveauloserem Film – Road Trip. Doch auch damit haben wir nicht genug und schauen noch den ersten Teil von X-Men. Ich jedoch bin nach diesem Tag voller Faulenzen etwas unruhig und beschliesse noch einen kleinen Nachtspaziergang zu machen. Kaum ausserhalb der Tuer des Backpackers dringt Live-Musik an mein Ohr und wie magisch zieht es mich in die Richtung der Musik. Keine 5 Minuten spaeter befinde ich mich auf der Tanzflaeche in einem Haus mit Liveband, die durchaus nicht schlecht ist und erfreue mich an ein wenig Bewegung. Kurz vor Mitternacht ist jedoch wiedermal Schluss und auch die Musik aus der Stereoanlage wird leiser und leiser. Mittlerweile ist mir klar, dass ich offensichtlich nicht in einem Pub oder Club gelandet bin, sondern vielmehr in einer Privatparty gelandet habe und so verlasse ich mit dem Leiser-werden der Musik schmunzelnd das Haus. Ich mache noch einen kleinen Spaziergang durch die Strassen, wobei mir gleich zweimal ein Polizei-Auto begegnet, welches versucht die betrunkenen Jugendlichen, die um Mitternacht noch nicht heimgehen wollen, vom Aerger machen abzuhalten. Auf dem Rueckweg vertanze ich noch ein bisschen ueberschuessige Energie in den leeren Strassen und kann danach doch noch halbwegs verausgabt schlafen gehen.
Der naechste Morgen beginnt nicht viel motivierter mit einem kleinen Fruehstueck und anschliessendem wieder-in-die-Decke-kuscheln. Nach einem kleinem Nickerchen nehme ich Mirkos Harry Potter – Band 6 in Beschlag und lese noch eine Stunde. Danach bin selbst ich ausgeruht und mache mich auf die Suche nach den Jungs. Mirko finde ich im Internet-CafÈ und Michael hab ich grad verpasst. Also marschiere ich wieder zurueck zum Backpacker, wo Michael und ich einen kleinen Lunch einnehmen, und ich ein bisschen Internet-Zeug mache, waehrend Michael liest und schlaeft. Schliesslich kommt Mirko total frustriert aus dem Internetcafe – nachdem er etwa drei Stunden in eine lange Mail investiert hat, ist sein Computer abgestuerzt und selbst das gespeicherte Dokument geloescht. Um ihn ein bisschen aufzumuntern kochen wir fuer ihn, aber natuerlich hilft das nur bedingt. Danach fahren wir zuerst zur Lake Cave, fuer die wir aber zu spaet dran sind und dann zur Mammoth Cave, wo wir grad noch so reinkommen. Die Mammoth Cave hat ihren Namen von ihrer Groesse und ist auch sonst mit jeder Menge Stalagmiten und Stalagtiten recht beeindruckend. Nach einer knappen Stunde haben wir sie mit all dem Touristen-Guide-Zeug durchquert und fahren zurueck, wo praktischerweise am heutigen Abend Michael dran ist mit kochen und wir mit raunzen. Danach widmen wir uns den andern beiden Teilen von X-Men, ich investiere noch etwas Zeit in Mirkos Travel/Tagebuch und dann gehts ab ins Bett.
Recht frueh stehen wir diesmal auf, schliesslich heists duschen, packen und losfahren. Vor allem Mirko hat eine recht lange Strecke zu bewaeltigen – nach Perth rein und danach wieder zurueck nach Kojonup zu Stuarts Farm. Nach einer nicht allzulangen Fahrt durch jede Menge Gruen, machen wir in einem kleinen Staedtchen am Strand halt um uns ein bisschen die Beine zu vertreten, beziehungsweise rumzutoben. Das Resultat ist, dass ich wiedermal jede Menge Sand ueberall habe. Danach gibts Lunch und wir teilen schliesslich schweren Herzens doch noch die letzten gemeinsamen Dinge auf. Recht kurzfristig beschliessen wir doch nicht nach Perth reinzufahren, sondern stattdessen auf Hostelsuche in Freemantle, etwa 20 Kilometer suedlich von Perth zu, gehen. Dies erweist sich schwieriger als gedacht, nahezu alle Backpackers sind voll. Bei einem haben wir dann schliesslich doch Glueck, ich bekomm sogar einen Platz in einem Maedls-Schlafraum, Michael muss jedoch im Notbett im Flur schlafen. Schliesslich heissts sich von Mirko zu verabschieden, der schon ungeduldig wartet loszufahren, schliesslich hat er noch etwa minimum 4 Stunden Fahrt vor sich. Nachdem wir unser Gepaeck losgeworden sind, machen Michael und ich uns auf einen kleinen Spaziergang durch die Hauptstrassen Freemantles, danach verschwinden Michael fuer ein kleines Nickerchen und laesst mich das Abendessen jagen. Da am Abend der Barbeque-Grill im Hof des Backpackers angeworfen wird, gibts allerhand grillbares Zeug, jede Menge Gemuese und Huehnchen, beim Kochen selbst kommen wir schnell ins Gespraech mit einigen der hier wohnenden Backpackern. Nach dem Essen landen wir schliesslich noch zu dritt im ‘Little Creatures’ – einem Pub mit eigener Brauerei, welches uns von Vaughan – an der Rezepetion arbeitend – empfohlen wird. Der Cider ist leider aus, das Bier ist gut, Sperrstunde ist jedoch wiedermal viel zu frueh, diesmal werden wir um 23.40 ersucht, das Lokal zu verlassen.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Broome Farm 26./27.November

Gut ausgeschlafen wach ich etwa um zehn Uhr auf, Michael und Mirko haben bereits eine Rundfahrt auf der Farm hinter sich. Mein Tag beginnt recht gemaechlich mit fruehstuecken und etwas plaudern - schliesslich bekommt Mike ein paar Fahrstunden von Michael. Die Gelegenheit lass ich mir natuerlich auch nicht entgehen und nach einem kleinen Lunch begebe ich mich hinters Steuer des Vehikels. Die Uebungsflaeche ist eine der Weiden der Farm, hier kann man wirklich nicht viel kaputt machen, und auch das Auto ist ziemlich unzerstoerbar. Nur einmal erschrecke ich Michael ein wenig ... - als ich mit etwa 40 km/h ueber die Weide flitze und etwas zu spaet sehe, dass direkt vor mir ein Graben ist. Letztendlich bekomm ich aber sogar Lob dafuer, dass ich bei der Vollbremsung nicht vergessen hab auf die Kupplung zu treten und somit nicht den Motor abgewuergt hab. Armer Michael. Ansonsten laeuft alles recht glatt und Michael stellt sich als recht guter Lehrer heraus - gut so, schliesslich ist das sein Beruf.
Nach den Fahrstunden fahren wir in die Stadt rein um ein paar Besorgungen zu machen, hauptsaechlich einen 100 ASA Farfilm fuer Stuart - der mich ganz melancholisch macht. Hachja die gute analoge Zeit. Der Plan ein Internetcafe aufzusuchen schlaegt aber angesichts der Preise fehl und so sitzen wir nur auf einer Bank am Strassenrand und beobachten was immer es zu beobachten gibt, was in diesem Staedtchen wahrlich nicht viel ist. Da tut sich noch mehr auf der Farm wo wir immerhin Poker spielen und Bier trinken koennen. Mirko schaffts sofort alles zu verlieren, 'kauft' sich aber wieder ins Spiel und gewinnt nach einem langen langen Spiel schliesslich alles. Am Abend unterhalten wir uns etwas mit Stuart, der anbietet bei Freunden zu fragen obs vielleicht Arbeit fuer uns gibt. Ausserdem mache ich mich als Hausfrau beliebt indem ich saemtliche frisch gewaschene Kleidung zusammenlege, Michaels Hosentasche und Mirkos Hosenknopf annaehe. Stuart uebernimmt wieder das Kochen, nochmal geniessen wir Lamm mit Gemuese, danach noch ein paar Kekse - uns fehlts hier wirklich an nichts. Schliesslich gehts dann ins Bett, wohlwissend dass wir am naechsten Morgen wiedermal unsere Sachen packen muessen.
Ausgeruht faellt uns das auch wahrlich nicht schwer, bevor wir die Farm verlassen gibts aber noch eine kleine Rundfahrt auf dem Grundstueck, welches, wir Mirko uns erklaert, so gross ist wie ein Viertel von Amsterdam. Wir begeben uns auf die Ladeflaeche des Pickups in dem wir am Vortag unsere Fahrstunden hatten und lassen uns den Wind durch die Haare brausen. Die Rundfahrt dauert insgesamt fast eine Stunde, natuerlich mit Oeffnen und Schliessen von jeder Menge Zaeune, trotzdem sind wir beeindruckt. Auf der Farm zurueck heissts Verabschieden von Stuart und seinem Vater und packen des Autos. Schliesslich sind wir alle im Auto und ich fuehle mich etwas komisch, wieder 'on the road' zu sein, wo wir unser Ziel doch eigentlich schon erreicht haben. Unser Ziel ist etwa drei bis vier Stunden entfernt, ein Staedtchen namens Margaret River, wos sehr schoen sein soll. Tatsaechlich ist die Landschaft durch die wir fahren sehr erfreulich anzuschauen - viel Gruen, viele Baeume. In Margaret River fuehrt unser erster Werg mal wieder zur Touristinformation, wo wir uns sagen lassen, wo man ueberall campen kann. Danach fallen wir in den Supermarkt ein, Mike kauft sein Busticket nach Perth fuer Freitag frueh, um schliesslich die Campside aufzusuchen. Waehrend die Jungs Feuer machen, kochen und palavern mach ich einen kleinen Spaziergang und finde mich schliesslich inmitten von gruenen Huegeln und schwarzen Baeumen mit Blick auf den blauen See wieder. Ein wunderschoenes Bild, welches mir nicht gelingt mit meiner Kamera einzufangen. Mit dem Vorsatz zum Sonnenuntergang wieder zu kommen, schlendere ich zurueck, wo das Essen schon am fertigwerden ist. In der Zwischenzeit uebe ich mich wiedermal mit dem Fussball, nach dem Essen lehrt Michael uns ein Spiel mit Hoelzern, fuer den Sonnenuntergang sind die Jungs aber irgendwie nicht zu begeistern. Langsam wirds dunkel, was das Hoelzer-Spiel und das anschliessende pokern etwas erschwert. Dafuer gelingt es mir Mike doch noch dazu zu bringen einen Eintrag in mein Travelbook zu machen - eine Taetigkeit vor der er sich lang gestraeubt hat.

On the Road 23./24./25 November

Nach dem Poker-Abend mit recht viel Wein, vor allem fuer Mike, ist dieser ganz und gar nicht gewillt aufzustehen und den ueblichen Taetigkeiten nachzugehen. Wir habens auch nicht wirklich eilig, die andern beiden Jungs wollen noch ins Internet und unser Ziel fuer den kommenden Abend liegt auch nur etwa 100 Kilometer entfernt. Schliesslich und endlich ist aber doch alles im Auto verstaut und wir verlassen Esperance Richtung Stokes National Park, wo einige Campsides liegen. Der erste ist einer von der Luxus-Sorte, kostet dementsprechend und der Verwalter sieht mit nur noch drei Zaehnen und etwas verlotterter Kleidung etwas furchteinfloessend aus. Also begeben wir uns zum naechsten, der auch viel schoener - direkt am Strand - liegt und schlagen dort unser Lager auf. Mirko, Michael und ich statten dem saukaltem Meer einen Besuch ab, um uns anschliessend in der Sonne liegend wieder aufzuwaermen. Waehrend die beiden wieder zurueck zum Zelt gehen, geniesse ich noch ein wenig das Strand-Feeling mit etwas Musik und meinem Tagebuch. Zurueck beim Zelt wird mir etwas Fussballspielen beigebracht und waehrend die Jungs kochen, uebe ich noch ein wenig. Rollentausch? Langsam wirds Abend, somit Zeit fuer Wein, Weib und Gesang; wir halten uns ausschliesslich am Wein. Michael besteigt die Duene an der wir campieren und Mirko macht Bekanntschaft mit ein paar jungen Australiern, die durch ihr eigenes Land reisen - eine Seltenheit. Jene haben ein Feuer und wir werden eingeladen ihnen Gesellschaft zu leisten, was wir natuerlich mit Vergnuegen tun. Nicht allzu lang, und dementsprechend bin ich am naechsten Morgen richtig ausgeschlafen. Waehrend Mike sich in die Meeresfluten wirft packen wir zusammen, kommen aber wieder nicht sehr weit - nur bis Denmark, natuerlich sehr zu Michaels Freude. Im Visitor Center deckt Mike mal wieder auf, dass es ohnee den Schotten praktisch keine Zivilisation gaebe, in diesem Fall kein Denmark, welches von einem Schotten begruendet wurde. Den Campingplatz den wir aufsuchen ist sehr schon unter vielen vielen Baeumen gelegen, und auch der Strand ist nicht allzu weit entfernt. Waehrend Mike und ich uns am Fussball erfreuen, verschwindet Mirko, der sich gar nicht wohl fuehlt im Zelt und schlaeft ein wenig. Schliesslich gehts ans Kochen - diesmal ists an mir, das Packerl-Risotto aufzuwaermen - welch Herausforderung. Mirko steht zwar zum Essen kurz auf, verschwindet aber danach recht schnell wieder und auch wir andern gehen frueh zu Bett.
Am naechsten Tag steht der Besuch der 'Valley of Giants' auf dem Programm, ein Stueck Wald mit alten, alten, grossen, grossen Baeumen, durch welche man auf einer Konstruktion in 40 Meter Hoehe spazieren kann. Der Spaziergang ist auch wirklich sehr spektakulaer, nur Mirko scheint sich etwas unwohl zu fuehlen - Mike und ich hingegen machen den kurzen Spaziergang gleich zweimal. Ein weiterer kurzer Spaziergang fuehrt - ganz gewoehnlich - am Boden entland durch die Baeume, ist deswegen aber nicht weniger imposant. Nach diesem kurzen Ausflug gehts zurueck nach Denmark, wo wir in eine Baeckerei einfallen, welche fuer Australiens besten vegetarischen Pie beruehmt ist. Bis auf Mike ist keiner von uns zuvor grossartig mit Pies, also frei uebersetzt Kuchen, in diesem Fall aber nicht suess, in Beruehrung gekommen. Ein Pie besteht aus Teig, meist wohl Blaetterteig, und einer Fuellung, meist mit Fleisch und sieht tatsaechlich aus wie ein kleiner Kuchen. Alle drei lassen wir uns die Pies schmecken, einer reicht vollkommen aus um mich zu saettigen. Danach geht jeder seiner Wege, zuerst fallen wir in ein Internetcafe ein, Mirko besucht die oeffentliche Buecherei um ein paar emails zu schreiben, Michael macht ein Nickerchen und Mike und ich besuchen nochmal das Visitor Center, wo das groesste Barometer der Welt zu bestaunen ist, kommend aus Holland. Somit haetten wir fast alle Nationalitaeten beisammen - nur Oesterreich fehlt. Schliesslich verlassen wir Denmark wieder und fahren Richtung Kojonub. Dort liegt die Farm des Besitzers des Autos welches wir fuer ihn von Sydney gefahren haben, genannt Stuart, und wir sind eingeladen ein paar Tage dort zu verbringen. Da wir etwas zu frueh dran sind besuchen wir noch das einzige Pub in dem kleinem Staedtchen um ein kuehles Bier zu geniessen und eine Runde Dart zu spielen. Anschliessend machen wir uns auf den Weg, bereits nach nicht einmal 10 Minuten Fahrt gelangen wir zu Stuarts Farm, der 'Broome Farm', wo wir sehr freundlich empfangen werden. Nach einer kurzen Einweisung, wer welches Zimmer bekommt, verschwinden wir einer nach dem andern unter der Dusche und kommen grad rechtzeitig zum Abendessen wieder zusammen. Stuart ist Besitzer von um die tausend Schafen und so ists nicht weiter verwunderlich, dass es ganz vorzuegliches Lamm mit Gemuese gibt. Wir sind alle recht muede und so verschwinden wir nach einem recht kurzen Plausch mit Stuart einer nach dem andern in unsere Betten.

Information

Da ich vor einigen Tagen die Grenze nach Western Australia passiert habe, und es auch hier Zeitumstellungen gibt, bin ich euch von nun an wieder nur noch 8 Stunden voraus - im Moment ists hier 13 Uhr, waehrends bei euch 5 Uhr frueh ist.

Donnerstag, 29. November 2007

On the Road 20./21./22. November

Nicht besonders ausgeschlafen heissts trotz allem Zeug zusammenzupacken und losduesen, was ich sehr verschlafen hinbekomme, waehrend Mirko und Michael froehlich und munter bereits einen Morgenspaziergang mit jeder Menge Kaenguruhs hinter sich haben. Dementsprechend verbringe den groesstenteil der Fahrt schlafend, allerdings ist die Landschaft nicht wirklich anders als am Vortag. Nach einem letztem Einkaufsstop naehern wir uns immer mehr der grossen, boesen Wueste, vor der jedermann uns gewarnt hat, der Name 'Nullabor Desert' leitet sich aus der Tatsache, dass hier keine Baueme wachsen ab. Und tatsaechlich, je weiter wir kommen, umso weniger Baeume sehen wir, bis schliesslich alles rings um uns herum nur noch flach ist. Immerhin sehen wir einen Dingo, welcher auf Leben in dieser unwirtlichen Gegend schliessen laesst. Mitten in der Wueste befindet sich das Nullabor Hotel, wo man auch campen kann und wo wir unser Lager fuer diese Nacht aufschlagen. Recht schnell schliessen wir Bekanntschaft mit einer australischen Familie, wobei das kleine Maedchen mich recht schnell in Beschlag nimmt, immer wieder aufs neue soll ich sie, abwechselnd an den Haenden, Fuessen oder einer Hand und einem Fuss, haltend im Kreis herumwirbeln. Nach dieser unglaublichen Anstrengung erfreuen wir uns alle an einem kuehlen, viel zu teueren Bier im Pub wo wir uns wieder Mal einer Runde Poker widmen, waehrend im Hintergrund eine Karaoke-DVD laeuft. Diesmal spielen wir um den kleinen Einsatz von 2 Dollar, umgerechnet 1.66 Euro, und man glaubts kaum - ich gewinne!
Mit diesem Erfolgserlebnis gehts zu Bett um recht frueh morgens nach einer erfrischenden Dusche wieder im Auto zu sitzen und ein paar Kilometer zu machen. Ausser fahren, fahren, fahren und Wueste, Wueste, Wueste gibts nicht viel zu erzaehlen, ausgenommen von den etwa 30 Sekunden die Mike hinter dem Steuer verbringt, viel zu schnell faehrt und schliesslich am Strassenrand im Schotter bremst, was jede Menge fliegende Steine zur Folge hat. Mit Michael hinter dem Steuer fuehlen wir uns alle wesentlich sicherer und schliesslich erreichen wir ein Stueck Strasse, welches durch die Tatsache, dass es 146 Kilometer geradeaus geht, ohne eine einzige Kurve oder auch nur dem Ansatz einer Biegung, Beruehmtheit erlangt hat. Bei einem kurzen Stopp vor der Grenze von Southern nach Western Australia treffen wir die australische Familie vom Vorabend wieder, welche unser Steines-spritz-brems-Manoever gesehen haben und uns total verwundert fragen, was zum Teufel wir gemacht haben. An der Grenze selbst muessen wir saemtliche Fruechte abgeben, und sehr zu meinem Leidwesen auch ein noch halbvolles Glas Honig. Ausserdem bekommen wir dank Zeitumstellung eineinhalb Stunden geschenkt - von nun an bin ich der Heimat wieder 8 Stunden voraus. Etliche Kilometer spaeter sind wir nahezu aus der Wueste draussen, wundern uns, dass wir tatsaechlich noch leben, und campen in Belladonia, welches uns durch die Tatsache, dass man hier fuer 2 Dollar 8 1/2 Minuten ins Internet kann, amuesiert. Dafuer gibts hier einen Tisch und Kuechen-Geraetschaften, sogar einen Herd und gratis Duschen und so verbringen wir unseren Abend ein bisschen Hippie-maessig in der kommunalen Kueche, pokerspielend mit Beatles-Musik, welche aus meinen kleinen Lautsprechern kommt und undefinierbarem Essen, halb aus Packerln, halb aus Dosen. Sogar das Schild 'no loud music' im Hintergrund fehlt nicht, allerdings halten wir uns mit der Lautstaerke zurueck und es gibt keinerlei Beschwerden. Auch an diesem Poker-Abend gewinne ich - faszinierend. Natuerlich nur, wie ich spaeter erfahre, weil Mike mich gewinnen liess. Klar.
Nach einer recht ruhigen Nacht, wache ich recht frueh auf um die Toilette aufzusuchen. Und kaum werfe ich einen Blick aus dem Zelt sehe ich in naechster Naehe zwei kleinere Kaenguruhs, offensichtlich absolut nicht scheu, die an mich heranhuepfen und schnuppern ob ich nicht vielleicht eine leckere Kleinigkeit habe. Die habe ich zwar nicht, aber als ich von der Toilette zurueck komme, ins Zelt zurueckkrieche und etwa eine halbe Stunde spaeter aufstehe sind die Beiden immer noch da und possieren fuer unsere Fotoapparate.
So schwer es uns faellt, reissen wir uns von den Tieren los und machen uns wieder auf den Weg. Zur Lunchtime sind wir in Norseman, einem Staedtchen mit oeffentlich zugaenglichen, kostenlosem Swimmingpool, den wir natuerlich sofort okkupieren. Der dort arbeitende Bademeister stellt uns ein paar Schaumstoffmatten zur Verfuegung und wir geniessen das Rumtollen im kuehlen Nass. Mike schafft es - wie auch immer - sich am Swimmingpool-Boden seine Stirn und Nase aufzuschuerfen und erzaehlt von nun an jedem, der fragt, er hatte einen Kampf mit 10 Kaenguruhs. Einige Kilometer weiter landen wir schliesslich in Esperance, wo wir nach einem kurzen Besuch im Touristinformation Center einen Campingplatz finden und unser Lager aufschlagen. Auch hier gibts eine kleine Kueche, mit Tisch und sogar Fernsehapparat. Nach dem Essen gibts wieder ne Runde Poker, diesmal nur zu dritt, waehrend Michael einen Spaziergang durch den Ort macht. Tatsaechlich gewinne ich wieder, allerdings ist das Spiel diesmal nur halbfair, da Mirko sobald er verloren hat uns die Karten gibt - mit dem Erfolg dass Mike ploetzlich drei Asse hat, oder ich drei Koenige. Wenigstens schwindelt Mirko uns beiden gleich oft gute Karten zu, sodass es halbwegs ausgeglichen ist, bis es uns schliesslich gelingt die Mogelei zu unterbinden und das Spiel fair zu beenden.

Montag, 26. November 2007

Adelaide 17./18./19. November

Recht frueh machen wir uns fertig um nach Adelaide reinzufahren. Schnell haben alle gefruehstueckt, alles ist gepackt und alle sitzen im Auto. Der Plan geht auf und wir erreichen Adelaide nach einer kurzen Teepause in einer Art Touristenattraktion - ein Dorf mit originalen Haeusern der ersten Siedler - mit einer total verrueckten Frau, die uns darauf hinweist, dass wir JA NICHT DAS AUTO VERLASSEN SOLLEN, dass da IMMER NOCH MOERDER DRAUSSEN RUMLAUFEN und dass wir FUER NIEMANDEN STEHENBLEIBEN SOLLEN, schon gar nicht fuer Aborigines, noch vor Lunchzeit. Wenig beeindruckt von diesen Hinweisen war der Besuch immerhin fuer ein kleines Gelaechter gut. Unsere erste Mission in Adelaide - ein Backpackerhostel zu finden - ist von baldigem Erfolg gekroent. Danach organisieren wir erstmal unsere Sachen neu und einer nach dem andern verschwindet voller Freude unter die Dusche. Frisch gewaschen machen wir uns darauf ein bisschen von der Stadt zu erkunden, wobei Mirko allein davonduest und ich mich an Mikes Gesellschaft erfreue. Die ersten paar Minuten gehen wir durch total leere Strassen, kommen aber schliesslich in die Einkaufsstrasse, wo weit mehr los ist und wir total verwirrt auf einen mehrere Meter grossen Plastik Santa Claus im Sonnenschein starren. Wie Mike richtig bemerkt, dass ist einfach falsch. Weihnachten mit Sonnenschein. Verdrehte Welt. Ein paar Besorgungen spaeter schlendern wir weiter durch Adelaide, machen kurz Halt in einem kleinen Park und finden schliesslich ein Pub, indem wir erfrischendes, kaltes Bier geniessen und zwei Runden Billiard spiele, welche ich beide haushoch verliere. Danach machen wir uns wieder auf den Rueckweg, mit der Information, dass in eben jenem Pub am Abend eine Live Band spielt mit freiem Eintritt, die wir uns ja anhoeren koennten. Zurueck im Hostel finden wir die andern Beiden, die von fuer unsere Idee auch sofort zu haben sind, zuerst wird aber ein bisschen Essen und Trinken organisiert. Ein paar Kartenspiele und Getraenke auf dem Balkon des Hostels spaeter machen wir uns schliesslich auf den Weg zu dem Pub, wo die Live-Band schon am rocken ist. Die Jungs erfreuen sich am Bier, ich an der Tanzflaeche und so ist jeder gluecklich. Nach einer Weile wechseln wir das Lokal, kommen aber nicht wirklich weit, nur ein Lokal weiter und schliesslich machen Mike und ich uns auf den Heimweg um in unseren Betten zu versinken.
Der naechste Morgen beginnt absolut unerquicklich, ich fuehle mich ganz und gar nicht gut, und als ich es endlich schaffe aufzustehen um meinen kleinen erste Hilfe-Beutel mit Fiebertherometer zu holen, betrachte ich die 38.irgendwas mit Schrecken. An dem Tag steigt das Fieber noch und ich fuehle mich hundeelend, die Selbst-Diagnose lautet Sonnenstich, von den etwas zwei Stunden am Vortag die ich ohne Hut in der Sonne zugebracht habe. Die Jungs kuemmern sich um mich, wissen aber nicht so recht, wie mir am Besten zu helfen ist. Ich verordne mir selbst jede Menge Wasser und Schlaf, dazu kuehle Wickel um die Beine und am Kopf und fuehle mich am naechsten Tag tatsaechlich schon viel besser - der Plan Montags weiterzufahren, wird aber dankenswerterweise von den Jungs verworfen. Auch mein neuer Freund, das Fieberthermometer scheint mich wieder mehr zu moegen und klettert kein einziges Mal ueber 38, im Gegenteil, im Laufe des Tages wirds immer weniger und am Nachmittag fuehle ich mich fit genug um ein bisschen Internet-Zeugs an den Hostel-PCs zu erledigen. Auch das mit viel Liebe gekochte Essen schmeckt ausgezeichnet, am Abend gibts sogar ne Runde Poker auf der Terasse und des Naechtens faellt es mir, nach eineinhalb Tagen mehr oder weniger durchschlafen schwer meine Aeuglein zu schliessen.
Trotz wenig Schlaf fuehl ich mich fit und ausgeruht, packe meine Sachen und nachdem Michael den Schlauch eines unserer Reifen auswechseln musste, sind wir um etwa halb elf Uhr morgens wieder unterwegs. Ausnahmsweise mal total fit, widme ich ich der staendig wechselnden Landschaft. Im einen Moment sieht man Baeume, im naechsten ists total flach und wieder ein paar Minuten spaeter tauchen ploetzlich auf einer Seite ein paar Berge auf. Wir fahren Richtung Norden, durch Port Augusta durch, weiter nach Westen bis wir schliesslich die Mitte Australiens erreichen, wo natuerlich ein paar Fotos geschossen werden. Nahe Kimba verlassen wir den Highway und folgen einer 'dirt Road' (aehnlich einer Forststrasse) bis zum Campingplatz der in der Region Eyre Peninsula mitten im Nichts an einem Huegel liegt. Gleich bei unserer Ankunft sehen wir von ferne ein Kanguruh, welches sich aber als sehr fotoscheu herausstellt. Die ueblichen Aufgaben wie Zelt austellen und kochen, werden durch eine kuehle, steife Brise erschwert, im Radio ist gar von einem richtigem Gewitter die Rede. Waehrend die Jungs sich ums Essen kuemmern, mache ich mich dran endlich meinen aufgerissenen Schlafsack zu naehen, was eine gewissen Weile in Anspruch nimmt. Immerhin erfolgreich geniesse ich den momentan ueblichen Packerl-Frass, danach machen wir einen kleinen Abendspaziergang, wobei die Gegend mit den kahlen Baeumen im Mondlicht ein bisschen surreal wirkt. Zurueck im Zelt begeben wir uns zu Bett, schliesslich faengt es auch an zu regnen und ich habe keine sehr geruhsame Nacht, da Mike mir romantisch ins Ohr schnarcht und ich merke wie mein Schlafsack langsam naesser und naesser wird. Schliesslich wacht auch Mike auf, doch der Plan ins Auto zu fluechten scheitert daran, dass die Jungs beide Autoschluessel haben und das Auto natuerlich fuersorglicherweise abgeschlossen haben, wodurch ich auch an meine Ohrstoepsel nicht herankomm. Nach einem kleinen Nachtspaziergang kehren Mike und ich schliesslich ins feuchte Zelt zurueck und ich verbringe die restliche Nacht halbschlafend, halbwachend.

On the road 14./15./16 November

Absolut nicht faehig zu irgendwelchen Taetigkeiten faehrt Richard mich am naechsten Morgen zum Hostel der Jungs, wo wir Fruehstueck einnehmen und im nahegelegenen Park die restliche Zeit totschlagen um uns schliesslich doch noch zu verabschieden. Die Jungs - zum Glueck absolute Experten im Meistern von Hangovers - verabreichen mir eine gute Dosis Wasser und lassen mich die restliche Fahrt ueber schlafen oder vor mich hin starren. Bis zur Great Ocean Road gibts sowieso nicht viel zu sehen, und das erste Stueck jener beruehmten Kuestenpanoramastrecke kenn ich schon. Als es dann annaehernd Lunchtime ist fuehl ich mich auch wieder etwas fitter und kann mir das Essen schmecken lassen. Nach einer kurzen Pause in Apollo Bay und einem Informationscenter beschliessen wir einen der vielen gratis Campsides im Otway National Park anzupeilen. Vorher spazieren wir noch durch Maits Rest - ein Spaziergang den ich ja schon kannte, der aber deswegen nicht weniger imposant ist. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei einem Campingplatz mit Gebuehren - und einem Shop - ignorieren wir ganz frech eine Sperre und fahren zu der Campside unserer Wahl, welcher wunderschoen mitten im National Park, keine 100 Meter vom Meer entfernt, liegt. Eine der ersten Entdeckungen auf de Campingplatz ist ein Wallabie, welches direkt neben dem Weg nach Futter sucht und natuerlich prompt zum Fotomotiv wird.
Auch dass es nur drei kommunale Feuerstellen gibt, und wir nicht unser eigenes Feuer haben koennen stoert uns nicht im Geringsten - keiner von uns ist kontaktscheu. Und so lernen wir auch recht schnell ein hollaendisches Paar kennen, die die selbe Feuerstelle wie wir nutzen. Die naechsten Programmpunkte sind Zelt aufstellen und Feuerholz sammeln, wobei Mike sich als Steinzeitmann fuehlt und dass Holz mit einer 'Steinaxt' zerkleinert. Und auch ich versuche mich - erfolgreich - im Zersplittern des Holzes auf diese Weise. Waehrenddessen waermen die andern Beiden schon das bereits gekochte Chilli con carne auf und unterhalten sich mit unsern Nachbarn. Am Abend gesellen sich noch ein paar Australier zu uns, die gluecklicherweise gleich zwei Gitarren haben, und so endet der erste Abend unseres Trips mit Gitarrenmusik, singen, am Feuer sitzen und Wein trinken. Auch die Nacht verlaeuft mehr oder weniger friedlich - waere da nicht ein betrunkener und schnarchender Mike, mit dem ich das Zelt teilen muss.
Am naechsten Tag lassens wirs ruhig angehen - Michael und Mirko borgen sich von unseren neuen australischen Freunden einen Neoprenanzug und gehen schnorcheln, waehrend Mike und ich uns ganz ohne Neopren ins eiskalte Wasser begeben. Die geschaetzten 15 Grad werden mit ein bisschen Bewegung ertraeglich, trotzdem halten wirs nicht lange im Wasser aus - ich lege mich stattdessen lieber in die Sonne. Gegen Mittag fahren wir nach Apollo Bay um ein paar Dinge einzukaufen, danach begeben Mike und ich uns auf Erkundungstour in die Umgebung - zuerst an den Strand, dann hinein ins Gruen und schaffens natuerlich promt uns zu verlaufen. Beziehungsweise sind wir einfach nur zu weit gegangen, was das Essen-kochen-Programm ein wenig verzoegert. Am Abend gibts diesmal Wraps mit einer Gemuese-Huhn-Fuellung und Mirko bemerkt, dass wir wohl in den zwei Tagen mehr Gesundes gegessen haben als die meisten Backpacker auf ihrer ganzen Reise - wohl wahr. Am Abend leisten wir diesmal den Australiern bei ihrem Feuer Gesellschaft - die Fischsaison fuer einen bestimmten Fisch hat angefangen und so kommen wir in den Genuss frisch gefangenen Fisch zu probieren. Nach einem weiteren Abend mit Gitarrenmusik, Gesang, Wein und Feuer wird die Nacht deutlich ungemuetlicher, da mitten in der Nacht mein Schlafsack aufreisst und ich die restliche Zeit dauernd Federn ein- und ausatme, mir das aber im Halbschlaf nicht erklaeren kann.
Am naechsten Morgen sehen wir was fuer ein Chaos die Schlafsack-Explosion angerichtet hat - ich bin bedeckt in Federn. Vor allem in den Haaren halten sie sich hartnaeckig. Ich bin wieder mal nicht wirklich fit treten als wir den zweiten Abschnitt unserer Reise entlang der Great Ocean Road antreten und so sehe ich nicht wirklich viel - ausser natuerlich wir machen einen Sightseeing-Stop, wie zum Beispiel bei den zwoelf Aposteln. Es ist ein wirklich schoener Tag und so ist das Bild dass sich uns bietet, zwoelf Felsen die aus dem Meer ragen, durchaus beeindruckend. Nachdem wir uns am Vortag gar nicht vorwaerts bewegt haben muessen heute viele viele Kilometer gemacht werden, und schliesslich kommen wir unserem Tagesziel naeher - ein Campingplatz im Coroong National Park, nicht mehr allzu weit von Adelaide entfernt. Auf der Forststrasse den Park hinein sehen wir direkt am Weg eine Eidechse ohne Schwanz vor sich hinbrueten. Der Campingplatz selbst liegt mitten im Nichts an einer Duene und kostet uns unglaubliche fuenf Dollar. Bei einer kurzen Erkundungstour die Duene hinauf stellen wir fest, dass auf der anderen Seite nicht allzu weit entfernt das Meer liegt und wir zum Sonnenuntergang hier herauf kommen muessen. Nach Zelt aufstellen und Essen kochen ist es aber natuerlich zu spaet, und wir sehen grad noch die letzten roten Streifen am Horizont, waehrend wir unser Dinner auf der Duene geniessen. In der Daemmerung machen wir noch einen kleinen Abendspaziergang die Duenen entlang bis es schliesslich finster ist und wir uns wieder Richtung Zelt begeben. Ich fuer meinen Teil nutze die Weichheit des Sandes um darin rumzukugeln, was natuerlich erklaert warum ich in den naechsten Tagen immer wieder mal ein bisschen Sand irgendwo finde. Nach einer Runde Poker, welche ich natuerlich mit Pauken und Trompeten verliere, bestaunen wir noch ein bisschen den klaren Nachthimmel - ich sehe eine Sternschnuppe - und gehen zu Bett.

Montag, 19. November 2007

Melbourne 11./12./13. November

Nach einer geruhsamen Nacht und einem ebenso geruhsamen Fruehstueck lerne ich 'Uncle Richard' kennen, ein Freund von Richard, vor dessen Haus wir campen, in dessen Garten wir kochen und dessen Badezimmer und Kueche wir benutzen duerfen. Schliesslich fahren Richard und ich wieder zu der kleinen Bucht am Strand, diesmal um ein bisschen Braeune zu gewinnen und ab und an uns am Meereswasser zu erfreuen. Um zur Buch zu gelangen bedarf es einer kleinen Klettertour durch die Klippen, welche den Strandbesuch ein bisschen abenteuerlicher macht. Es folgt ein ueberaus entspannter Nachmittag, auch wenn das Wasser eindeutig zu kalt ist um laenger zu verweilen. Die Sonne ist dafuer umso waermer und zum ersten Mal hab ich so richtig das Gefuehl in Australien zu sein. Kein Regen, kein Woelkchen, nur Sonne, blauer Himmel und ueber 30 Grad. Bis auf eine kleine Klettertour und eine kurze Erkundung des restlichen Strands, bewegen wir uns nicht viel, sondern betreiben das, was viele Australier in ihrer Freizeit tun - sunbaking. Also braun werden lassen. Beim Weg zurueck finden wir den Namen von Richards siebenjaehrigen Sohn, den er voller Stolz einen Tag zuvor in den sandigen Stein eingraviert hat.
Am Abend kochen Richard und ich eine Riesenmenge Chilli con carne fuer uns drei, welche wir bei einem Film ueber James Cook verspeisen. Danach gehts ab in den Campervan und schlafen.
Endlich, endlich ist Montag und wir erledigen die Dinge die ich shcon laengst zu erledigen hatte, wie zum Beispiel eine Unterlagsmatte kaufen, und endlich wieder in den Besitz eines Handys zu kommen. Gesagt, getan. Keine 2 Stunden spaeter bin ich wieder fest im Netz der Kommunikation eingebunden.
Leider fehlt mir fuer diesen Nachmittag momentan die Erinnerung - daher... Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext.
Am Nachmittag gehen Richard, Uncle Richard (verwirrend ...), ein Freund von Uncle Richard und ich, nach einer weiteren Portion Chilli, ins Kino und schauen uns 'Across the Universe' an - Ein Film voll mit Beatles-Songs ueber die 68er Zeit. Ein bisschen depremierend - wie ich finde, aber sehr sehr sehr sehr gut! In etwas bedrueckter Stimmung fahren wir heim, die haelt aber zum Glueck nicht lang an, und gut gelaunt kuschel ich mich in die Decke.
Nach einer etwas erschwerten Kommunikation - da wenig Empfang und kaum Akku - mit meiner zukuenftigen Mitfahrgelegenheit, schaffen wirs herauszufinden, dass ich am folgenden Tag vormittags Melbourne zu verlassen habe, und am selben Tag gegen vier Uhr Gelegenheit hab meine zukuenftigen Mitreisenden kennenzulernen. Richards Idee ein Boot zu mieten und fischen zu gehen, gefaellt mir ganz ausgezeichnet und so machen wir uns auf den Weg um die Angeln zu holen, und im Queen Victoria Market ein paar kleine Fische einzukaufen. Die finden wir zwar nicht, dafuer ein paar gekochte, kalte Shrimps, die wir mehr oder wenigerfreiwillig gratis bekommen. Bis wir am Meer angekommen sind, ist dann leider schon zu spaet um fischen zu gehen und so fahren wir den ganzen Weg wieder zurueck zum Markt, wo Richard mich aus dem Auto schmeisst, damit ich auf meine Mitfahrgelegenheit warten kann, waehrend er ein paar Freunde besucht. Jene stecken allerdings im Verkehr fest und so hab ich ziemlich viel Zeit totzuschlagen, was mich an diesem schoenen sonnigen Nachmittag nicht weiter stoert. Schliesslich und endlich sind sie doch da, und ich lerne Mirko - aus Amsterdam, Michael - aus Daenemark und Mike - aus Schottland kennen. Ausserdem noch zwei deutsche Maedls, die von Sydney nach Melbourne mitgefahren sind, jetzt aber in Melbourne bleiben und arbeiten wollen. Nachdem ich ihnen 'mein' Hostel in St. Kilda empfohlen hab, sind sie auch schon weg und ich hab einen kurzen Plausch mit den Jungs, die allesamt sehr sympathisch sind - wenn auch das Namensdesaster zu Anfang etwas verwirrend ist.
Nicht lang darauf holt Richard mich wieder ab, um den letzten Abend mit mir in Melbourne zu zelebrieren, was wir in einer Bar auf dem Dach eines Hauses beginnen. Danach gehts zu einem indischen Restaurant, die leckeres Essen servieren - von dem Richard udn Richard wohl noch die naechsten Tage essen koennen. Dazu gibts Wein, nicht die letzte Flasche an diesem Abend und so ists kein Wunder dass ich am naechsten Morgen total zerstoert bin. - Aber das ist eine andere Geschichte.

Traralgon 8./9./10 November

Nach einer recht langen und geruhsamen Nacht in einem richtigen (!) Bett vergeht auch der folgende Tag recht geruhsam mit Blog schreiben, unterhalten und Kookaburras fuettern.
Das Highlight ist der Abend. Voller Begeisterung geniessen Evelyn und ich eine Folge .... Komissar Rex!! Und zwar im Originalton mit englischen Untertiteln und Komissar Moser (fuer alle Uneingeweihten: Tobias Moretti!) Hach, ist das schoen. Noch zwei Tage spaeter summem wir die Titelmelodie.
Der naechste Tag beginnt sehr geschaeftig mit einkaufen in der Stadt, wohin wir von einer Freundin Evelyns gefahren werden. Etwa drei Stunden brauchen wir um alle Einkaeufe nach Evelyns Art (mal hierhin, dann dorthin, zwischendurch ein Plaeuschchen halten ....) zu machen, um schliesslich von einer anderen Freundin wieder heimgefahren zu werden. Anschliessend gibts einen 'Weiberabend', eigentlich Mittag, aber immerhin mit 4 Weibern, mit einem saugutem Wein und leckerem Essen. Schliesslich werd ich noch in Sues Garten entfuehrt, welcher wirklich wunderschoen ist. Doch damit noch nicht genug, keine paar Stunden spaeter, nach dem Abendessen heisst schick machen fuer eine Ausstellungseroeffnung, auf der auch Evelyn ein Foto ausgestellt hat. Kelvin fuehrt uns hin und wir werden mit allerhand Eindruecken jeglicher Art ueberschwemmt - fuer Auge, Ohr, Nase, Geschmack ist was dabei. Grosse Freude macht uns, und vor allem natuerlich Evelyn, dass ihr Bild tatsaechlich einen Preis gewonnen hat - wenn auch eigentlich den 'falschen'.
Nach diesem erfolgreichen Tag und Abend fallen wir muede ins Bett.
Der naechste Tag vergeht wieder eher unspektakulaer mit Packen und duschen und so Zeug, da ich wieder nach Melbourne fahren will. Um 17 Uhr heisst dann schliesslich Abschied nehmen und zwei Stunden spaeter holt mich Richard auch schon vom Bahnhof in Melbourne ab.
Wir fahren nach einem kurzen Zwischenstop bei Richards Campervan zu Dan und Tash, bei denen wir schon einen Samstag zuvor zu Besuch waren, da Tash ihren Geburtstag feiert. Der restliche Abend verlaeuft jedoch nicht so wie geplant, eigentlich wollten wir zu einer Strandparty gehen, die aber leider aufgrund 3 ausfallender Generatoren recht leise ausfaellt. Keine Musik ohne Strom, kein Tanzen ohne Musik und keine Party ohne Tanzen. Also auf zu Richards Campervan und schlafen.

Donnerstag, 8. November 2007

Otway National Park 4./5./6./7. November

Nach einer recht geruhsamen Nacht, die wir zum Glueck nicht im nassen Zelt sondern auf einer weichen, gemuetlichen Couch im trockenen Wohnzimmer verbringen konnten, gibts ein ausgezeichnetes Fruehstueck, Fotoalbum anschaun mit der Nichte unserer Gastgeber und schliesslich heisst Auf Wiedersehen sagen. Richard und ich fahren die ersten paar Kilometer entlang der Great Ocean Road, biegen dann aber, nach einer kurzen Einkaufspause, wobei wir diesmal ein ganzes Huhn erstehen, recht bald ab ins Landesinnere, in den Otway National Park. Die Landschaft ist grossartig, huegelig und ueberall gruen, leider ist unser Ziel, die Stevensons Falls, teilweise in privater Hand und es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld. Die Baeume sind abgeholzt und teilweise verbrannt, statt gruenem Wald sieht man nur noch ein paar Baumstuempfe aus der Erde ragen und der Fluss ist uebergetreten und braun von den heftigen Regenguessen der letzten Nacht. Die Bruecke ueber den Fluss ist fuer Autos gesperrt und bei einer kurzen Erkundungstour zu Fuss sehen wir dass die andere Bruecke teilweise weggerissen und mit Aesten, Schlamm und Treibholz bedeckt ist. Unpraktischerweise leben auf der anderen Seite ein par Leute im Zelt die somit keinerlei Moeglichkeit haben mit den Autos zurueck zu fahren. Aber der Mann den wir treffen lacht nur und meint, dass sie genug Essen fuer die naechsten drei Tage und genug Bier fuer ein Monat haben. Allerdings raet er uns davon ab, am eigentlich Campingplatz (hinter der ersten Bruecke) zu campen, da da immer noch Aeste runterkommen koennten. Wir schlagen also unser Lager auf der sicheren Seite der Bruecke auf, verbringen den restlichen Abend mit den ueblichen Campingarbeiten, wie Feuer machen, Zelt aufstellen, kochen und so weiter und lassen uns schliesslich noch ein paar Glaeschen guten Wein zum Essen schmecken.
Am naechsten Morgen weckt uns die Waerme der Sonne, welch angenehme Art und Weise aufzuwachen, und nach einem muntermachenden Schwarztee spazieren wir zum Stevenson Wasserfall. Auf dem Weg dorthin treffen wir ein paar Parkranger, die uns erzaehlen, dass eine Nacht zuvor ein paar Leute jenseits der Bruecke gecampt haben, und mitten in der Nacht ihre Sachen packen und vor den Wassermassen fluechten mussten. Dabei mussten sie ihr Auto und ihre Zelte zuruecklassen und die Ranger sind nun auf der Suche nach dem Auto. Ueberaus erleichtert, dass wir erst eine Nacht spaeter hier eingetroffen sind, spazieren wir weiter und geniessen die immer wieder hervorkommenden Sonnenstrahlen. Wir muessen noch eine weitere Bruecke queren, dann sind wir ploetzlich mitten im Wald, um uns herum ist alles gruen. Wenn die Sonne hinter den Wolken hervorkommt, glitzern die Baumfarne hellgruen-gelblich und der Wasserfall fuehrt dank der Regenfaelle beeindruckend viel Wasser.
Am Rueckweg treffen wir wieder die Ranger die uns berichten, dass sie das Auto flussabwaerts seitlich liegend gefunden haben.
Nach diesem Morgenmarsch gibts ein ausgiebieges Fruehstueck und dann machen wir uns auf den Weg um mehr von der schoenen Landschaft zu sehen. Unser Ziel sind die Sabine Falls, der Weg dorthin wird mit zweieinhalb Stunden hin und zurueck angeschrieben. Wir brauchen etwa eineinhalb Stunden und das mit Picknickpause beim Wasserfall. Mittlerweile ists schon Nachmittag und wir machen uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Dabei sehen wir unterwegs insgesamt drei Wallabies und ein paar Koalas hoch oben in den Bauemen. Leid ist der von uns Erwaehlte durch eine Sperre blockiert und so fahren wir wieder ein gutes Stueck zurueck zum Naechsten. Dieser stellt sich aber als ausgezeichnet heraus, wunderschoen gelegen, direkt an einem See, und in den Baeumen sitzen Koalas, einer sogar mit Baby. Nachdem ich dutzende Fotos von Sonnenuntergang am See geschossen hab verfrachten wir ganze Baeume ins Auto um ein schoenes Feuer machen zu koennen. Am Abend tappst ploetzlich ein Koala am Boden herum und als ich mich naehere um ihn besser sehen zu koennen, kommt er auf einen Meter Entfernung an mich heran.
Den Abend verbringen wir mit einem jungen deutschen Paerchen, die Australien in die andere Richtung umrundet haben und nun fast am Ende ihrer Reise angekommen sind.
Wiedermal nicht allzu frueh am naechsten Morgen packen wir zusammen, verabschieden uns und brechen auf. Unser erster Stopp fuer den diesigen Tag ist Maits Rest ein Stueck Wald mit ein paar der letzten Urwald-Baeumen. Die Giganten die wir dort finden sind imposant, bestimmt 30 bis 40 mal groesser als ich. Zu guter Letzt faengt auch noch die Sonne an zu scheinen, was den Spaziergang natuerlich noch perfektioniert. Den restlichen Tag verbringen wir mehr oder weniger mit von einem Ort zum anderen fahren, mit einer Pause in Apollo Bay, wo wir Tee beziehungsweise Heisse Schokolade am Strand sitzend, aufs Meer schauend, geniessen. In unserm Fall von westlich von Melbourne nach oestlich von Melbourne (wieder in den Buyip National Park) , mit kurzem Zwischenstopp in Melbourne. Als wir ankommen ists leider mittlerweile schon dunkel, was Feuerholz suchen und Zeltaufbauen deutlich erschwert. Doch nicht nur das, am naechsten Morgen muessen wir feststellen, dass wir in der Dunkelheit einen kleinen Metalstift, der aus der Erde ragte uebersehen haben und nun ein Loch im Oeltank haben. Zum Glueck ist das kleine Auto zwar klein, aber ein Kaempfer und bringt uns somit trotz leerem Oeltank ins naechste Dorf, wo wir es notduerftig flicken und Oel nachfuellen. Da ich fuer die naechsten Tage in ein Staedtchen namens Traralgon, im Suedosten Melbournes eingeladen bin, bringt mich Richard zur naechstgelegenen Bahnstation in Pakenham, wo er schliesslich auch die Operation an dem schwer verletzten Vehikel vornimmt. Meine Gastgeber sind Evelyn und Kelvin und wie Evelyn in den folgenden Tagen immer versucht zu beschreiben, ich bin die Tochter der besten Freundin einer Freundin. Alles klar?
Waehrend wir warten bis mein Zug kommt und bis die Melasse mit der wir das Loch verschlossen haben hart ist, geniessen wir die Sonne, auf einer Decke unter einem Baum liegend. Schliesslich begebe ich mich zum Bahnhof und kauf mein Ticket waehrend Richard testet, ob wir gute Arbeit geleistet haben und nach Melbourne zurueck faehrt. In Traralgon werde ich schon von Kelvin erwartet und nach einer kurzen Fahrt sind wir im Haus der Beiden. Jenes stellt sich als schoen gross und hell heraus, ich bekomm mein eigenes Zimmer und hab sogar ein eigenes Bad, soviel Luxus bin ich gar nicht mehr gewohnt nach den letzten Tagen camping. Nach einer ausgiebigen Dusche fuehl ich mich wieder frisch und sauber und geniesse die leckeren Pancakes Evelyns. Beim letzten Rest Daemmerung gehen Evelyn und ich nochmal hinaus um einen kleinen Spaziergang durch den nahegelegenen Wald zu machen. Der restliche Abend vergeht ruhig mit ein bisschen emails checken und fernsehen.

Bunyip National Park 1./2./3. November

Wiedermal heissts um 10 Uhr auschecken, packen kommt danach. Netterweise koennen wir unsere Rucksaecke in einem Zimmer lassen, sodass wir nicht unser ganzes Gepaeck mitschleppen muesen. Richard wartet ab 12.30 vorm Hotel, dass wir ihn 10 Minuten warten lassen stoert ihn zwar prinzipiell nicht, aber er weist uns halb mahnend, halb scherzend darauf hin, dass man einen Mann nicht allein im Auto sitzend in der Grey Street warten laesst.
Nach einem kurzem Abstecher zm Victoria Market, wo wir Rinds- und Huehnerfleisch erstehen, gehts raus aus der Stadt. In einem kleinem Staedtchen kaufen wir noch Wasser, Wein und Joghurt fuer mich und verlassen schliesslich die Zivilisation. Als wir beim Campingplatz mitten im Wald ankommen widmen wir uns der Pflichtuebungen wie Holzsammeln, Zeltaufstellen, Feuermachen und Essen vorbereiten. Dazwischen bekomm ich die zweite Fahrstunde meines Lebens und die erste im Fahren auf der verkehrten Seite und parke das Auto um. Sogar mit Rueckwaertsfahren! Im Laufe des Spaetnachmittags und Abends faengt es immer wieder mal zum regnen an und wir fluechten ins Auto. Die Konsequenz daraus ist, dass ein Teil unseres eigentlich wirklich leckeren Huenerfilets zulange ueber dem Feuer brutzelt und total trocken wird. Mit grossen Schluecken vom sparkling wine (also Sekt), welchen wir, sehr zu Richards Entsetzen, mit Cola und Thai-Red Bull mischen, laesst sich aber auch dieses Missgeschick beheben.
Am naechsten Tag fuehrt uns unsere Reise, nach einem ausgiebigen Fruehstueck und dem Zusammenpacken unserer Siebensachen, durch eine sehr seltsam anzusehende Gegend, naemlich eine Trasse unter Strommasten inmitten durch den Wald, in Richtung eines Aussichtspunkt. Nach einer Weile bleibt Richard ziemlich ploetzlich stehen, erst kurz spaeter sehen wir den Grund. Am Wegesrand dackelt ein Echidna, ein Wesen welches ein bisschen an einen grossen Igel erinnert, entlang. Nachdem das kleine, sehr entzueckende Wesen als Fotomodel herhalten musste, geht die Fahrt weiter, ich darf ich mich hinters Steuer klemmen und bringe uns tatsaechlich sicher ans Ziel - nur falls irgendwer Zweifel hat. Nach einem kurzen Spaziergang kommen wir an einem kleinem Picknickplaetzchen an, von wo man eine grandiose Aussicht auf den umliegenden Nationalpark haben. Leider haben wir nichts zum picknicken dabei, aber den Ausblick geniessen wir trotzdem sehr. Auch bei der Rueckfahrt sitze ich am Fahrersitz, allerdings nur bis ploetzlich ein Baum die Strasse komplett versperrt. Richard dreht um und fuehrt uns mitten durch den Wald, einen ziemlichen Holperweg, der irgendwie immer schmaeler wird, tatsaechlich wieder hinaus auf eine Schotterstrasse und in weiterer Folge auf eine asphaltierte Strasse. Wir fahren zurueck nach Melbourne, wo wir bei einem 'lentil as anything' Stopp machen und sehr lecker essen. In dem Lokal gibt es keine Preise, sondern stattdessen einfach eine Box in die man einwerfen kann soviel man eben will.
Ziemlich vollgegessen fahren wir zurueck zum Hostel, wo noch unsere Rucksaecke auf uns warten und nach einer kurzen Dusche mache ich mich mit einigen Leuten aus dem Hostel auf den Weg um St. Kilda's Nachleben unsicher zu machen. Unser eigentliches Ziel, das "Hotel Esplanade", meist nur liebevoll "Esply" genannt, verlangt 20 Dollar (oder Bucks, wie hier jedermann das Geld bezeichnet) Eintritt und so landen wir im naheliegenden "Vineyard" wo schliesslich auch eine Live-Band, leider mit schlecht eingestelltem Sound spielt. Gegen Mitternacht freuts keinen mehr so recht und wir machen uns auf den Weg zu einem anderen Platz. Aber wie das halt so ist, wenn man mit einer grossen Gruppe unterwegs ist, gehn wir irgendwie ueberall nur vorbei und landen im Endeffekt doch nur wieder im Hostel.
Der naechste Tag vergeht mit Waesche waschen und Blog schreiben recht flott und nicht besonders spektakulaer.
Um halb sieben Uhr abends wartet Richard wieder vorm Hostel, diesmal lasse ich ihn nicht warten, und wir fahren zu Freunden von ihm, um uns einen gemuetlichen, entspannten Abend mit etwas Rotwein und leckerem Essen zu machen.